16. Juni 2018, 09:00 Uhr

Retina Crude

Retina Crude: Rockmusik ist ihre Leidenschaft

Seit vier Jahren machen Jonas Noll, Jascha Wiessner, Henrik Scholtz und Johannes Schlüter gemeinsam Musik. Am Samstag Abend rocken Retina Crude auf dem Schiffenberg.
16. Juni 2018, 09:00 Uhr
Hauptsache Spaß: Das ist Retina Crude bei ihren Auftritten am wichtigsten. Heute Abend spielen die vier Jungs aus Lich und Laubach auf dem Schiffenberg. (Foto: pm)

Rockige Gitarrenriffs, zwei Takte. Dazu der Bass, zwei Takte. »Thanks« singt Jonas Noll, und auch das Schlagzeug spielt. »Thanks for friends.«

Es ist einer von neun Titeln auf der aktuellen CD von Retina Crude und klingt wie eine Mischung aus Beatles-Hit und Queen-Song. Sanfter Rock. Eingänglich.

Aber die Musiker können auch anders: Härter, schneidiger, wütender. Das beweisen sie mit anderen Titeln auf der aktuellen Scheibe. »Before you even know« kam im Frühjahr heraus und ist nach »Please turn around« bereits das zweite Album der jungen Rockband aus Lich.

 

Seit vier Jahren in dieser Formation

 

Neben Noll (Gesang, Gitarre, Piano) gehören Jascha Wiessner (Gitarre), Henrik Scholtz (Schlagzeug) und Johannes Schlüter (Bass, Gesang) zum Ensemble. Letzterer stammt übrigens als einziger nicht aus der Bierstadt, sondern aus Laubach und stieß erst später zum Trio.

Das kannte sich bereits aus Kindertagen, fand während der Konfirmandenzeit wieder enger zusammen und steht seitdem intensiv musikalisch in Kontakt. Als Noll nach der zehnten Klasse die Schule wechselte, lernte er den Laubacher kennen. »Ich wusste sofort, dass wir uns perfekt ergänzen«, erzählt er.

Schlüter komplettiert seitdem die Band, und seit vier Jahren proben die 20 und 21 Jahre alten Jungs regelmäßig in dieser Formation.

 

Eigene Kompositionen überwiegen

 

Ihren ersten richtigen gemeinsamen Auftritt hatten sie 2016 beim Laubacher Open-Air-Kino. Seitdem standen sie ein gutes Dutzend Mal auf verschiedenen Bühnen. Am Samstagabend performen sie ihre Musik auf dem Schiffenberg.

Spielen werden sie überwiegend eigene Kompositionen, aber auch gecoverte Songs und instrumentale Improvisationen.

Wie ein Titel in der Licher Songschmiede, die sich übrigens im Keller des Nollschen Elternhauses befindet, entsteht? Oft entspringen diese den Gedanken des Sängers. »Ich gebe ein paar Riffs rein, die ich mir auf der Gitarre ausgedacht habe. Dann machen daraus alle gemeinsam einen Song«, sagt Noll. Bis dieser fertig ist, kann es eine Woche oder auch mal zwei Monate dauern.

 

Rock, Blues und ein bisschen Punk

 

Musikalisch bewegt sich das Quartett vor allem im Bereich Rock, aber auch Blues und Punk finden Einschlag in ihren Liedern. Oft kommt es sogar innerhalb eines Stücks zum Stilwechsel. Zu ihren Vorbildern zählen die Red Hot Chili Peppers, außerdem Queen und Porcupine Tree.

In ihren Texten verarbeiten die jungen Rockmusiker, was sie bewegt: das Erwachsenwerden ebenso wie die unglückliche Liebe. »Wir singen und spielen, was wir fühlen«, sagt Noll.

Dabei probieren er und seine Freunde alles Mögliche aus, bringen auf die Bühne, was ihnen gefällt. Nicht, was vielleicht gerade angesagt ist. Authentizität statt Schauspiel, könnte man sagen.

 

Großer Wunsch Deutschlandtour

 

Doch wer »Musik macht, die nicht gerade danach schreit eingängig zu sein«, wie Noll meint, hat auch ein Problem: »Wir sind eine Nischenband«, sagt Scholtz. Ihre »Szene« haben sie noch nicht gefunden. Ein Hindernis, auf dem Weg nach oben.

Allerdings nicht das einzige. Die Licher Newcomer würden gerne eine Tour innerhalb Deutschlands planen, große Konzerte geben. Aber ohne die notwendigen Kontakte oder eine Agentur im Rücken ist das kaum möglich.

Eine weitere Schwierigkeit: »Es ist nicht leicht, gemeinsame Probezeiten zu finden«, sagt Wiessner. Der Schulbank entflohen gehen die vier jungen Männer beruflich mittlerweile unterschiedliche Wege: VWL-Studium, Ausbildungen zum Polizisten, Musikpädagogen und Produzenten.

Das steht dem dreistündigen wöchentlichen Spiel oft im Weg. Und auch heute Abend beim Musikalischen Sommer wird Wiessner nicht dabei sein.

 

Vor allem Spaß

 

Und wohin wollen die Vier musikalisch? Sehen sie sich in zehn Jahren auf den großen Bühnen dieser Welt?

»Jeder von uns würde das wollen, aber wir sind ja keine kompletten Traumtänzer«, sagt Scholtz und ergänzt: »Wir wollen viel live spielen, gute Musik machen, uns weiterentwickeln.«

Und dabei vor allem eines haben: Spaß. Denn wir sind keine Band, die nur aus der Berühmtheit Befriedigung zieht. Ob sie für 100 oder 5000 Leute spielen – wenn es denen gefällt, »macht das für das Feeling keinen Unterschied«, findet der Schlagzeuger.

 

Info

Am Samstag auf dem Schiffenberg

Das Konzert von Retina Crude auf dem Schiffenberg in Gießen beginnt am Samstag, 16. Juni, um 17.30 Uhr. Anschließend spielt ab 20 Uhr Black Dust Road. Der Eintritt ist frei.

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