18. Dezember 2017, 22:26 Uhr

Resolution für respektvollen und toleranten Umgang

18. Dezember 2017, 22:26 Uhr
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Von Rüdiger Soßdorf
Vor der Sitzung des Kreistages im Gießener Rathaus am gestrigen Abend wurde die Resolution für Respekt und Toleranz vorgestellt und unterzeichnet. (Foto: Schepp)

Eine breite Allianz aus Politik, Kirchen, Sozialleistungsträgern, Ausländerbeirat und Gewerkschaften unterstützt eine Resolution für einen respektvollen und toleranten Umgang mit Andersdenkenden und Würdigung des Ehrenamtes in der Flüchtlingsarbeit. Diese wurde am Montagabend vor der Kreistagssitzung im Gießener Rathaus unterzeichnet und veröffentlicht.

Beklagt wird eine bundesweit zu beobachtende Verrohung in der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Andersdenkenden: In sozialen Netzwerken und Leserbriefen werde hemmungslos und strafrechtlich relevant beleidigt, diffamiert und sogar mit Gewalt gedroht – gerade beim Thema Flüchtlinge und Flüchtlingshilfe.

»Besorgniserregend ist, dass unsere demokratische Diskussionskultur, die kontrovers sein kann und muss, darunter massiv leidet. Alarmierend ist, dass durch die Verrohung der Sprache nicht nur unser Umgang miteinander erschwert, sondern Hass geschürt wird. Nicht hinnehmbar ist, dass das Ehrenamt durch Diffamierungen derart beschädigt wird, dass sich nur schwer genügend Menschen für diese gesellschaftlich wichtige Aufgaben finden lassen« heißt es in der Resolution, die unter dem Briefkopf von Landrätin Anita Schneider publiziert wurde.

Die Verrohung der Sprache und der Hass seien demokratieverachtend und müssten ein Ende haben. Kritische und kontroverse Auseinandersetzungen: »ja – aber immer konstruktiv und argumentativ«.

Ehrenamt sei ohne Wenn und Aber zu würdigen: Ohne die wertvolle Arbeit der vielen freiwilligen Helfer beispielsweise in der Flüchtlingsarbeit könne Integration kaum gelingen. Ihre Arbeit sei nicht nur wertvoll für die Geflüchteten, die hier heimisch werden wollen, sondern auch für die hier lebende Bevölkerung insgesamt: »Wir alle profitieren vom Engagement des Ehrenamtes«.



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