19. November 2017, 19:02 Uhr

Reichhaltige Pflanzenwelt

19. November 2017, 19:02 Uhr
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Aus der Redaktion
»Raukar« sind vom Meer ausgewaschene Felsformationen, die man vor allem auf Gotland bestaunen kann. (Foto: tma)

Über das aktuelle Vogelzuggeschehen berichtete NABU-Kreisverbandsvorsitzender Achim Zedler jetzt vor rund 30 Gästen in Nonnenroth. Heinz Weiß, Vorsitzender des NABU Nonnenroth, gab in der Versammlung des Kreisverbandes zudem einen Einblick in die Aktivitäten des örtlichen Vereins. Gut aufgestellt sei die Jugendarbeit, während die NABU-Gruppe eine der wenigen sei, die überhaupt keine Nistkästen aufgehängt habe. Man führe regelmäßig Erfassungen der Vogelwelt und anderer Tierarten durch und pflege auf vier Hektar Pachtflächen die Lebensräume im Sinne des Naturschutzes.

Diskutiert wurde im Rahmen der Veranstaltung wieder einmal über die Ausstattung von Nistkästen mit Schutz vor Beutegreifern, insbesondere dem Waschbär. Zur Anschauung standen Modelle von Rolf Engel (Fernwald) und Norbert Hessler (Villingen) zur Verfügung. Da das Thema breiten Raum in der Arbeit zahlreicher NABU-Gruppen einnehme, will der Kreisverband eine seiner Veranstaltungen des kommenden Jahres dazu durchführen. Beabsichtigt ist, dass alle Tüftler ihre Modelle und die Erfahrungen damit präsentieren können.

Schwalbenhaus aus Krofdorf

Hauptprogrammpunkt war ein Vortrag, der vielleicht bei dem einen oder anderen Zuhörer ein bisschen Fernweh weckte. Tim Mattern hatte Landschaftseindrücke der schwedischen Ostsee-Inseln Öland und Gotland im Gepäck. »Inseln eignen sich generell gut zum Vögel gucken, gerade in der Zugzeit«, berichtete er, denn diese Rastmöglichkeiten im Meer würden gerne angenommen. Beide Inseln sind von kalkhaltigem Gestein geprägt, schon lange besiedelt und mit einem atemberaubenden Mix aus Natur- und alten Kulturlandschaften geprägt. Somit sei auch eine reichhaltige Pflanzenwelt zu finden. »Drei Arten der Küchenschelle, viele Orchideenarten und diese jeweils in schier unglaublichen Mengen, die man als Hesse, der hier die Orchideen einzeln zählt, gar nicht gewohnt ist«, erklärte Mattern.

Spannend überdies der kleinräumige Wechsel im Offenland zwischen feucht und trocken: »Da sitzen Neuntöter und Steinschmätzer auf Büschen und Steinwällen und Kiebitz und Rotschenkel laufen um eine Pfütze.« Mit Gartenrotschwanz und Wendehals, Karmingimpel und Halsbandschnäpper nannte der Referent weitere für die Beobachter attraktive Arten. »Mit der Fährverbindung über Nacht von Travemünde nach Malmö ist Öland relativ bequem zu erreichen«, sagte Mattern. Unterwegs könne man in Sölvesborg noch ein Schwalbenhaus besichtigen, das dieses Jahr von Krofdorf-Gleiberg dorthin geliefert wurde.

Abschließend wies Zedler auf das NABU-Fachsymposium hin, das am 21. Januar in Wetzlar stattfindet. Hier berichten die Landesarbeitsgruppen wieder zu verschiedenen Themen aus der gesamten Bandbreite des Naturschutzes und der Forschung.



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