04. Mai 2018, 22:18 Uhr

Qualität erleben

04. Mai 2018, 22:18 Uhr
Das FingerHaus-Musterhaus in Gießen (Kaiserberg 5) wurde im Vorjahr eröffnet. Es kann täglich – auch samstags und sonntags – von 11 bis 18 Uhr besichtigt werden. (Foto: pm)

Wie entsteht eigentlich ein Fertighaus? Wer sich diese Frage stellt, weil er gerade über einen Hausbau nachdenkt oder aber weil er immer schon eine Antwort darauf aus erster Hand erhalten wollte, erhält am »Tag des deutschen Fertigbaus« die beste Gelegenheit dazu. In ganz Deutschland öffnen die führenden Haushersteller ihre Werkstore und gewähren spannende Einblicke in die Produktion moderner Holz-Fertighäuser.

Der Tag des deutschen Fertigbaus ist der jährliche Aktionstag der deutschen Hersteller von Fertighäusern. Für Besucher öffnen sie an diesem Tag ihre Werkstore und Musterhäuser. Hier können Interessierte bei Führungen durch die Produktionshallen hautnah miterleben, wie ein Fertighaus in Holzbauweise entsteht oder in den Bemusterungszentren schon einmal ihr individuelles Traumhaus, von den Bodenfliesen bis hin zu den Dachziegeln, planen. Darüber hinaus bieten die Fertighaushersteller an diesem Tag immer ein umfangreiches Rahmenprogramm, mit verschiedenen Aktionen für Kinder, Informationsveranstaltungen und vielem mehr an. Natürlich kommt auch das leibliche Wohl nicht zu kurz, sodass der Tag des Deutschen Fertigbaus jedes Jahr wieder ein Spaß für Groß und Klein ist.

Geschichte des Fertigbaus

Das Bauen mit Fertigteilen ist wahrscheinlich fast so alt wie die Menschheit selbst. Die ersten bekannten Zeugnisse stammen von den alten Ägyptern. Sie bauten ihre Pyramiden meist im Norden des Landes, schleppten die gewaltigen fertigen Bauteile aber den Nil hinunter, um sie auf der antiken »Baustelle« zu montieren. Die ersten Überlieferungen über den Einsatz handwerklich vorgefertigter Holzhäuser entstanden im 12. Jahrhundert in Japan. Quellen beschreiben eine zerlegbare und auf zwei Handkarren transportierbare Holzhütte. Vorfertigung und Holzbau gingen erstmals eine Symbiose ein.

Auffällig ist, dass viele kluge Köpfe der Menschheitsgeschichte sich mit dem Fertigbau beschäftigt und damit experimentiert haben. Ein Beispiel für dieses Phänomen ist im Mittelalter anzusiedeln: Der berühmte Maler der »Mona Lisa«, der Universalgelehrte Leonardo Da Vinci, baute 1494 die »Casa mutabile«. Das Haus war vollständig vorgefertigt und wurde am Ufer des Flusses Tigris aufgestellt. Da Vinci gilt deshalb als der Erfinder der frühen Tafelbauweise – und als ein Urvater des Fertigbaus.

Die Geschichte des modernen Fertigbaus begann Mitte des 19. Jahrhunderts, als in den USA in Zeiten des Goldrausches schnell fertig gestellte Häuser benötigt wurden. Seitdem ist dort der Fertigbau die übliche Bauweise. In Deutschland haben vor allem Vertreter der Dessauer Architekturschule »Bauhaus« Ende der 1920er Jahre die Vorfertigung für den Eigenheimbau entdeckt. Schon in dieser Zeit lassen sich die Vorteile erkennen, die den Fertigbau bis heute prägen: die Vorfertigung der Bauelemente im Werk und die kurze Bauzeit auf der Baustelle.

Die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Zimmereien entstandene Fertighausindustrie nahm diesen Gedanken wieder auf. Als Baustoff setzte sich Holz durch. Weil sich zunehmend mehr Menschen ihr eigenes Haus leisten konnten, folgte im Nachkriegs-Deutschland ein regelrechter Bauboom, der in den 1970er Jahren seinen Höhepunkt fand. In den 1980er Jahren löste sich die Branche vom Image der »Billigbauweise« und verordnete sich eine Qualitätsoffensive. Diese gipfelte in der Gründung einer Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF). Heute ist die standardisierte Fertigung der Individualität gewichen: Die Häuser werden zunehmend auf die Wünsche der Kunden hin geplant. (pm)

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