13. März 2017, 20:05 Uhr

Projektion des eigenen Lebens

13. März 2017, 20:05 Uhr
Laubachs Bürgermeister Peter Klug (v. l.) steht mit Rainer Lind, Jörg Krüger und Detlef Kraft neben einer figurellen Plastik. (Foto: dis)

Zur Vernissage einer Ausstellung mit Werken von Rainer Lind und Detlef Kraft hatte am vergangenen Samstag das Kunst- und Kulturforum Laubach in seine Galerie Stiftstraße N° 5 eingeladen. Bereits zum zweiten Mal stellen die befreundeten Künstler nach 2010 ihre Werke gemeinsam aus. Der zweite Vorsitzende des Kulturforums, Jörg Krüger, begrüßte die anwesenden Gäste, darunter Laubachs Bürgermeister Peter Klug, und stellte die Künstler vor.

Lind studierte zunächst an der Fachhochschule seiner Heimatstadt Darmstadt im Fachbereich Gestaltung Diplom-Designer und wechselte anschließend auf die Kunstakademie Düsseldorf. Dort nahm er Malereiunterricht bei Gotthard Graubner. An der Johann Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt setzte er sein Studium in den Fächern Kunstgeschichte und Philosophie fort. Lind lehrte ab 1985 an der Fachhochschule Darmstadt im Fachbereich Gestaltung die Grundlehre Zeichnen. Seit 1986 arbeitet er auch bei Konzerten und Musikprojekten mit. Die Gründung der Musikgruppe »Die Männer sitzen in den Pfützen der Erosion und trinken Wein« erfolgte auf seine Initiative. Seit 2010 widmet sich Rainer Lind vermehrt der Videokunst und begann ein Projekt mit Videoporträts, wobei er Menschen seiner persönlichen Umgebung zu einem einstündigen Gespräch vor die Videokamera einlädt. Mittlerweile sind rund 400 solcher Videoporträts entstanden, die teilweise auch im Internet zu sehen sind. Lind lebt und arbeitet in Altenhain (Vogelsberg) und Darmstadt.

Detlef Kraft studierte an der Hochschule für bildende Künste in Berlin und war 1975 Meisterschüler bei Joachim Schmettau. In Berlin, Braunschweig und Darmstadt war Kraft als freischaffender Künstler tätig. Kraft schafft zumeist figurale Plastiken und informelle Materialbilder, die man bei der Ausstellung in Augenschein nehmen kann.

Krüger trat anschließend in einen Dialog mit den Künstlern und stellte die Frage, warum ein Künstler an einem Bild mehr hängt wie an anderen. Das könne bei einem Bild passieren, wenn man eine neue Richtung beschreite und ein Schlüsselerlebnis habe, sagte Lind. Die geschaffenen Werke stellten eine Projektion des eigenen Lebens dar, und diese Erfahrungen seien ihm wichtiger als jede noch so erfolgreiche Biografie, führte Lind weiter aus.

Kraft wollte die Frage nach der hautnahen Intensität bei Schaffung seiner Objekte mit der Arbeit verknüpft sehen, die Form zu reduzieren und alles zu entfernen, was nicht dazu gehört. Dies könne selbstverständlich etwas Meditatives beinhalten. Dabei betreibe er keine Überziehung, denn sonst seien die von ihm geschaffenen Werke Industrieteile. Wie auch bei der Sprache entwickele sich auch in der Kunst die Arbeit und es entstehen neue Aspekte.

Die Ausstellung kann noch bis zum 9. April, während der Winterzeit samstags von 11 bis 13 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr beziehungsweise von 15 bis 18 Uhr während der Sommerzeit, bei freiem Eintritt besucht werden.

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