14. Juni 2018, 22:07 Uhr

Pro Kind rund 29 Euro Minus

14. Juni 2018, 22:07 Uhr

Die Kindergartengebühren in Lich waren jetzt auch Thema im Haupt- und Finanzausschuss, nachdem der Sozialausschuss nach umfangreicher Beratung der Vorlage der Verwaltung zugestimmt hatte.

Maßgeblich ist, dass die Hessische Landesregierung mit Wirkung vom 1. August die Förderung von Kindergartenbeiträgen neu geregelt hat. Für die Licher Kinder bedeutet das, dass alle Kinder vom dritten Lebensjahr an bis zum Schuleintritt für bis zu sechs Stunden täglich von den Gebühren freigestellt werden. Für die über sechs Stunden hinausgehende Betreuungszeit werden zeitanteilig Gebühren von den Eltern erhoben. So sieht es das Gesetz vor. Für die Eltern in Lich bedeutet das eine Entlastung von 164 Euro monatlich.

In den Licher Kindergärten und Kitas gibt es drei Betreuungsmodelle: 1. Halbtags-, 2. Halbtags- + Mittagsversorgung sowie 3. Ganztagsbetreuung + Mittagsversorgung. Für die erste Stufe werden zukünftig keine, für die zweite Stufe 21,50 Euro und für die dritte Stufe 93 Euro monatlich erhoben. Die bisherige Befreiung von den Gebühren im letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung entfällt ab 1. August. Die Stadtverordneten stimmten einstimmig zu.

Für die Stadt, die vom Land nur eine Zuwendung von 136,50 Euro bekommt, ist das ein Verlust von 28,40 Euro je Kind/Monat. Dieser Verlust steigert sich noch bei den Halbtags- und Ganztagsangeboten mit Verpflegung, weil hier den Eltern für die Mehrstunden (mehr als sechs Stunden) nur die geringeren Gebühren des Landes in Ansatz gebracht werden können, aber die Personal- und sonstigen Kosten bleiben. Für 2018 rechnete die Verwaltung einen Verlust von 41 725 Euro und für 2019 einen Verlust von 110 280 Euro aus – mit steigender Tendenz.

Klaus-Wilhelm Gottuck von den Freien Wählern nannte das Gesetz, einen Schritt in die richtige Richtung, aber auch eine kleine Lösung. Wenn die frühkindliche Bildung notwendig sei, dann solle das Land diese bezahlen.

Berlin soll sagen, wer bezahlt

»Die Stadt Lich tut für die Kindergärten und die frühkindliche Bildung sehr viel«, sagte Bürgermeister Bernd Klein. »Aber, wir haben unsere Schulden abgebaut und unsere Projekte finanziert bekommen.« Zur Zeit »brummt die Wirtschaft«. Es werde schwierig, wenn es mal mit der Wirtschaft schlechter läuft. Das Defizit aus den Kindergärten betrage 2,8 Millionen Euro pro Jahr. In Berlin werde darüber diskutiert und die Bundesfamilienministerin Franziska Giffy fordere, die Erzieher besser zu bezahlen. Dann müsse sie aber auch sagen, wer das bezahlen soll, sagte Klein.

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