10. Januar 2018, 13:13 Uhr

Polizeihelfer

Polizeihelfer ab Frühjahr in Laubach: Es gibt schon die ersten Bewerber

Vom Frühjahr an sind sie auch in Laubach unterwegs: freiwillige Polizeihelfer. Die ersten Bewerbungen sind eingegangen, die Einsatzschwerpunkte stehen bereits fest.
10. Januar 2018, 13:13 Uhr
Im Frühjahr sollen die ersten freiwilligen Polizeihelfer in Lauach ihre Runden drehen. (Foto: Schepp)

Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen der Stadt Laubach und dem Land am Dienstag ist jetzt der Weg frei, im Frühjahr bereits sollen die ersten freiwilligen Polizeihelfer in der alten Residenzstadt ihre Runden drehen. Ein »wertvoller Baustein der Sicherheitsarchitektur Hessens«, wie Werner Koch, Staatssekretär im Innenministerium, meinte. Um sodann mit Laubachs Erster Stadträtin Isolde Hanak und Stadtrat Josef Neuhäuser seine Unterschrift unter den Vertrag zu setzen.

 

Jeweils 25 000 Euro Förderung

Eingebunden ist die Stadt Pohlheim, handelt es sich hier doch um ein Projekt Interkommunaler Zusammenarbeit. Monetärer Nebeneffekt: Wiesbaden überweist insgesamt 50 000 Euro, trägt einen Großteil der Kosten.

Koch würdigte – ebenso wie der Präsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen, Bernd Paul – zuvörderst die Bereitschaft der Freiwilligen, sich im Ehrenamt für das Wohl und die Sicherheit der Mitbürger einzusetzen. Kein Ersatz sei dies, sondern eine Entlastung der Vollzugspolizei, die sich mehr und »brennpunktorientierter« auf Verhütung und Verfolgung von Straftaten konzentrieren könne. Koch: »Als Nachbarn in Uniform sind die Freiwilligen zugleich Bindeglied zur Polizei und damit Ansprechpartner für die Bürger vor Ort«. Mehrere Studien hätten im Übrigen den Erfolg des im Jahr 2000 erstmals umgesetzten Konzeptes belegt. Tatsächlich fühlten sich die Menschen sicherer, würden "Angsträume" beseitigt, "Tatgelegenheiten" vermindert.

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Dass der Vertrag nun in Anwesenheit weiterer, für den Polizeidienst zuständiger Beamten besiegelt werden konnte, dafür waren einige Hürden zu nehmen. So hatte Laubachs Stadtparlament erst am 10. Mai 2017, im zweiten Anlauf, die Gestellung der Helfer beschlossen. Vorausgegangen war eine kontroverse Diskussion. Kritiker bezweifelten nicht nur den Bedarf, argumentierten vielmehr mit Begriffen wie »Scheinsicherheit« oder »Benachteiligung anderer Ehrenamtler«, etwa in der Feuerwehr, die anders als die Polizeihelfer keine 7,50 Euro die Stunde (maximal 25 Stunden im Monat) erhielten. Die Befürworter aus CDU, FW, FBLL hielten dagegen, verwiesen auf positive Erfahrungen andernorts, die Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bürger. Und setzten sich mit 15:12 Stimmen durch.

Erste Bewerber für die jeweils vier Stellen gibt es bereits, nach Abschluss der sechswöchigen Ausbildung beim Polizeipräsidium werden sie wohl ab März auch in Laubach unterwegs sei. Dann wird sich zeigen, ob die Erwartungen zutreffen. Ob etwa »Brennpunkte« wie der Schlosspark entschärft werden können, wo vor allem des Sommers nächtliche Saufgelage stattfinden sollen. Als weitere Einsatzschwerpunkte nannte Hanak gestern die Innenstadt, Grillhütten, Schulen, Veranstaltungen und Jugendtreffs. Fest steht aber bereits jetzt: Wegen der IKZ-Förderung muss Laubach bei einer fünfjährigen Mindestlaufzeit des Vertrags mit einem Eigenanteil von nur 7000 Euro per annum rechnen – bei Verzicht auf ein Dienstfahrzeug soll’s noch günstiger werden.

Infokasten

Polizeihelfer in 96 hessischen Kommunen

Derzeit sind rund 400 Polizeihelfer in 96 hessischen Kommunen aktiv. Keine klassischen Polizeibeamten mit Vollzugsgewalt, stehen ihnen aber eine Reihe von Befugnissen zu, die von Identitätsfeststellungen bis hin zum Erteilen von Platzverweisen reichen. Das Land kommt für Ausrüstung und Ausstattung auf. Die Aufwandsentschädigungen tragen die Kommunen. Im Kreis Gießen sind, neben Laubach und Pohlheim, in Gießen, Heuchelheim, Hungen und Linden Polizeihelfer im Einsatz.

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