22. Januar 2010, 16:46 Uhr

Polizei warnt vor Kaffeefahrten

Gießen (pm/no). Die Betroffenen kommen aus Staufenberg, Reiskirchen und Gießen. Aber auch aus den Nachbarkreisen Lahn-Dill und Marburg. Es geht um Kaffeefahrten und um Serienbriefe. In denen wird »Geschädigten« ein Gewinn versprochen, der ihnen von anderen Anbietern vorenthalten worden sei.
22. Januar 2010, 16:46 Uhr

Gießen (pm/no). Die Betroffenen kommen aus Staufenberg, Reiskirchen und Gießen. Aber auch aus den Nachbarkreisen Lahn-Dill und Marburg. Es geht um Kaffeefahrten und um Serienbriefe. In denen wird »Geschädigten« ein Gewinn versprochen, der ihnen von anderen Anbietern vorenthalten worden sei. Und es geht um fahrlässig dargelegte persönliche Daten, mit denen andere Leute gern Schindluder treiben. Mittlerweile weiß die mittelhessische Polizei von Trittbrettfahrern, die ihrerseits anbieten, solche Daten auf Dauer aus einer Datei zu entfernen und Schriftsätze zu vernichten. Sie kassieren eine Gebühr, eine Leistung erfolgt nicht. Empfehlung von Polizeipräsident Manfred Schweizer aus Gießen: Wer nicht an einem Gewinnspiel teilgenommen hat, sollte derlei Briefe gleich in die blaue Tonne werfen, zum Altpapier.

Die Polizei beschäftigt sich derzeit mit einem Serienbrief, in dem von »Festsetzung des nachträglichen Gewinnübergabetermins auf den 28. 01. 2010« die Rede ist. Für Schweizer ein klarer Fall: »Statt des unverhofften Geldsegens wird am Ende eine Enttäuschung stehen.« Es gehe um nichts anderes als um eine Kaffeefahrt mit Verkaufsveranstaltung. Von wegen »Gutschrift (. ..) in Höhe von 946,72 Euro«: Das Geld könne nur persönlich abgeholt werden. Ein Verkehrsmittel für Hin- und Rückfahrt stehe dafür natürlich kostenlos zur Verfügung. Nicht zu vergessen: Ein »wunderschönes Rahmenprogramm mit einem kostenlosen Mittagsmenü und einem Getränk nach Wahl« runden den Gewinn ab.

Ein zu frankierendes Anmeldeformular für die Gewinnübergabe lag dem Brief bei. Das Schreiben mit Vorgangsnummer und Namen eines Sachbearbeiters erscheint auf den ersten Blick durchaus seriös, ist es aber nach Auffassung der Kripo nicht. Bei Marburg war in einem Fall beispielsweise eine Frau als Adressat genannt, die bereits seit acht Jahren tot ist.

Ermittlungsergebnis der Polizei, so dargelegt von deren Marburger Pressesprecher Martin Ahlich: Der Initiator baut seine Geschichte auf den angeblichen Unzulänglichkeiten vorangegangener Gewinnbenachrichtigungen auf. Unter dem Strich macht er aber genau das Gleiche. Einen Geldgewinn werde es bei Verkaufsveranstaltungen am 27. und am 28. Januar mit Sicherheit nicht geben - und ob jeder einen kostenlosen und nagelneuen Express-Kaffee-Automaten erhält, wie suggeriert wird, sei zumindest fraglich. Die Polizei warnt dringend vor einer Teilnahme.

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