17. April 2018, 20:58 Uhr

Poesie im Park mit Wasserspielen

17. April 2018, 20:58 Uhr
Soll künftig stärker im Fokus der Kultur- und Tourismusförderung stehen: der von der Stadt auf 99 Jahre vom Grafenhaus angepachtete Schlosspark Laubach. (Foto: pm)

Laubach (tb). Die östlichste Kommune im Landkreis hat sich vor Jahrzehnten bereits einen Namen als »Kulturstadt« gemacht. Ältere erinnern sich gewiss an die »Kulturwochen«, die bis in die 80er vor allem eine an Klassik interessierte Klientel lockten. Abgelöst wurde das relativ konzentrierte Angebot von Orgel- und Bluesfestivals sowie übers Jahr verteilten Einzelveranstaltungen.

Das Qualitätssiegel »Kulturstadt« zu bestätigen, Laubach zugleich für Besucher attraktiver zu machen, zählt zu den Aufgaben von Stadträtin Christine Diepolder. Ein Konzept, gemeinsam erstellt mit Markus Stiehl (LKB), hat die ehrenamtliche Kultur- und Tourismusdezernentin jetzt vorgelegt.

Mammutbaum und mehr

Erwähnt sei zuvörderst das Projekt »Poesie am Wegesrand«. Auf einem Spaziergang durch den Schlosspark darf man sich auf die Lektüre von 23 Gedichten freuen. Ausgesucht hat diese der in Laubach aufgewachsene Sascha Feuchert mit seinen Studierenden. Der 46-Jährige ist Professor für neuere deutsche Literatur und Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der JLU Gießen. Vor allem Gedichte aus der Zeit der Romantik, von vor rund 150 Jahren, als Hermann Graf Solms-Laubach das Areal im Stile eines englischen Landschaftsgartens umgestaltete, werden auf Emailleschildern zu lesen sein. Auf dem nahen Ramsberg dagegen auch modernere Werke, etwa von Reiner Kunze und Paul Celan. Zudem soll ein didaktisches Konzept für die FMGS erarbeitet werden.

Neu ist auch die botanische Führung: Eine Spazierrunde unter dem Motto »Mammutbaum, Kastanienallee und mehr«, die die Besonderheiten des grünen Kleinods erschließt – wie bei der Poesie ergänzt durch einen Flyer und eventuell eine App.

Erwähnt sei auch das Projekt »Wasserspielplatz« am in Bälde sanierten Kiosk, gesponsert von der Stadtwaldstiftung. Das Kneippbecken neben dem neuem attraktivem Spielplatz wird zum Sandkasten. Die Gesamtkosten sind mit gut 30 000 Euro veranschlagt.

Für den Panoramaweg kündigt die Dezernentin neben Info-Tafeln weitere Liege- und »normale« Ruhebänke an. Geplant ist ferner der »Müllerweg«: Die elf Kilometer lange Rundstrecke führt vorbei an ehemaligen Mühlenstandorten, von Freienseen Richtung Baumkirchen und zurück. Auf Tafeln soll die Geschichte des Gewerbes in Laubach erläutert werden. Schließlich: Die Route »Frühe Eisenindustrie« in Friedrichshütte wird um drei weitere ehemalige Schmelzstandorte ergänzt.

Insgesamt, so abschließend die Dezernentin, will man Laubach als Luftkurort »deutlicher vermarkten«, als einen Ort, an dem der Besucher »neue Kraft tanken kann«.

Gelegenheit dazu soll es auch künftig bei hochwertigen Konzerten geben. Im Rahmen der Festivals. Oder als Einzel-Event, zumal man bei Letzterem weiter auf die Unterstützung des gräflichen Hauses und des evangelischen Dekanats Grünberg setzen darf.

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