18. Mai 2019, 09:00 Uhr

Neubau in Krofdorf

Planung für den neuen Edeka-Markt läuft an

Die Planungen für einen neuen »Edeka« mitten in Krofdorf gehen voran. Es wird kein Markt »von der Stange« werden. Das Rathaus zieht einen Städtebau-Experten zurate, um herauszufinden, was geht - und was nicht.
18. Mai 2019, 09:00 Uhr
Der Edeka-Markt an der Krofdorf-Gleiberger Hauptstraße soll durch einen Neubau ersetzt werden. (Foto: so)

Für die Planung eines neuen Edeka-Marktes mitten in Krofdorf an der Hauptstraße hat sich die Gemeinde externen Sachverstands versichert: Dr. Alexander Pellnitz, Professor für Städtebau und Stadttheorie an der Technischen Hochschule in Gießen hat sich mit Studierenden den Kern des 5500 Einwohner großen Dorfes angeschaut, um mit dem unverstellten Blick von Außen Rat geben zu können bei dieser zentralen Weichenstellung. Denn der Neubau eines Einkaufsmarktes inmitten gewachsener Strukturen wird ein schwieriges Unterfangen.

Viele Interessengruppen

Zu berücksichtigen sind die Interessen unterschiedlichster Personen und Gruppen: des Investors, der Marktkette Edeka, des Marktbetreibers, der Kunden, der Nachbarn… All das hat Kommunalpolitik einzubeziehen und abzuwägen.

»Wir wollen ein gewichtiges Wörtchen mitreden, wie es werden soll«, sagt deshalb der Vorsitzende des Infrastrukturausschusses, Ulrich Ellinghaus (SPD). Er rät dazu, die Identität der Hauptstraße zu bewahren. Dabei ist Ellinghaus auch klar: »Die Gemeinde kann sich nichts wünschen, was am Ende für einen Investor unrealistisch ist.

Gestaltungssatzung

Pellnitz empfiehlt den Wettenbergern, für die Innenentwicklung von Krofdorf-Gleiberg einen städtebaulichen Masterplan und zugleich eine neue Gestaltungssatzung aufzulegen. Schließlich ist das charakteristische Ortsbild ein hohes Gut, macht den Ort lebenswert, anziehend und lebendig. Eine solche Satzung gab es schon einmal, 1992 zur Stadterneuerung. Sie könnte jetzt fortgeschrieben werden. Nicht zuletzt rät der Fachmann, über Platzgestaltung nachzudenken: Damit am Edeka so etwas wie ein Markt-Platz entstehen kann und nicht nur Parkplatz. Einen wenigstens an zwei Seiten von Gebäuden gefassten Raum, der die Menschen zum Verweilen einlädt. Schließlich will man, so ist die zentrale Idee, hier nicht einen möglichst autogerechten Einkaufsmarkt schaffen, sondern ein Angebot das auch zu Fuß gut und attraktiv zu erreichen ist.

Gut zu Fuß erreichbar

Wie bedeutend dies ist, zeigt ein Zirkelschlag: Mit einem Radius von rund 400 Metern um den Markt deckt man den alten Ortskern ab, der 800-Meter-Radius fast ganz Krofdorf. Fußläufig also locker machbar.

Idee ist derzeit, mit dem neuen Markt quasi in eine zweite Baureihe zu gehen., in eine große innerörtliche Garten- und Grünfläche. Wie genau das aussehen kann, ist noch offen. Das hängt vor allem davon ab, welche Flächen zur Verfügung stehen: Ob und welche Immobilien in dem Quartier dazu angekauft werden können - und welche eben nicht. Letztlich immer die Entscheidung der Eigentümer. Das war ein Aspekt, der am Donnerstag in der gemeinsamen Sitzung von Bauausschuss und Infrastrukturausschuss die anwesenden Bürger am meisten interessierte: Wer will verkaufen? Wer hat verkauft? Wer verkauft nicht? Wer verhandelt mit dem Investor? Wie groß wird der Edeka? Wie groß der Parkplatz? Wie wird es mit dem Verkehr geregelt? Nachvollziehbar, dass dies heute nicht öffentlich diskutiert werden kann, so lange nichts entschieden ist. Da sind die Interessen der Beteiligten zu schützen.

Veränderungssperre

Damit zwischenzeitlich nichts passiert, ist seit Dezember eine Veränderungssperre für das ganze Quartier in Kraft. »Die Kommune hat es in der Hand zu sagen, wie es werden soll«, sagt Planer Pellnitz. Er will bis August konkrete Vorstellungen erarbeitet haben und öffentlich zur Diskussion stellen. Das Stichwort: »Ein transparenter Prozess«. Danach kann man weiter sehen. Klar ist schon jetzt: »Der Prozess wird noch eine Weile dauern, wenn man keinen Markt von der Stange will«, ist sich Bürgermeister Thomas Brunner sicher.

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