07. Februar 2019, 10:54 Uhr

Grube Fernie

Pläne an Grube Fernie in Linden: »Fake News« beklagt

165 Meter des Spazierwegs am Ufer der Grube Fernie in Linden sollen verlegt werden. Wenige Tage vor der Entscheidung im Stadtparlament fallen schwere Vorwürfe zwischen den Fraktionen.
07. Februar 2019, 10:54 Uhr
Foto: srs

Am kommenden Dienstag fällt im Lindener Stadtparlament endlich die Entscheidung zur Grube Fernie: 165 Meter des Wegs am westlichen Uferbereich sollen für den Naturschutz wegfallen. Der Bauausschuss hat sich am Dienstag mit den Stimmen der Koalitionsmehrheit erwartungsgemäß für die Maßnahme ausgesprochen. Einzig die CDU stimmte dagegen. Die Debatte war indes von schweren Vorwürfen geprägt.

Mich beeindruckt, mit welcher Penetranz Dinge behauptet werden

Dr. Christof Schütz

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dr. Christoph Schütz, beschuldigte die CDU, Lügen und »Fake News« zu verbreiten. »Mich beeindruckt, mit welcher Penetranz Dinge behauptet werden«, sagte er.

Schütz bezog sich auf eine Aussage der CDU-Abgeordneten Karin Lenz, die erklärt hatte, dass durch die neue Wegverlegung an der Grube Fernie der Raum von Lebewesen zerstört werde. Tatsächlich müssen 40 Bäume gefällt werden. Dadurch würde man die seltene und an der Grube Fernie bereits beobachtete Libellenart der »Zierlichen Moorjungfer« gefährden. Denn diese sei auf Bäume in Ufernähe angewiesen.

 

Vorwurf: CDU suche Haare in der Suppe

»Rund um den Weg an der Grube Fernie gibt es auf einer Strecke von 1000 Metern ausreichend Bäume«, entgegnete Schütz. »Die Moorjungfer wird an der Verlegung des 160 Meter langen Teilstücks nicht verenden.«

Aussagen, die an der Sache vorbeigingen, gab es allerdings auch aus den Reihen der Koalition. »Sie erwähnen immer die 40 Bäume, die wegfallen sollen«, sagte Friedel Löser von den Freien Wählern in Richtung der CDU-Fraktion. »Aber 1000 Meter entfernt von der Grube Fernie gab es an der A 485 vor zwei Jahren einen Kahlschlag«, dem wesentlich mehr Bäume zum Opfer gefallen seien.

Bürgermeister Jörg König ergriff daraufhin das Wort. »Wir haben die Bäume nicht fällen lassen, weil wir nichts Besseres zu tun hatten«, erklärte er. »Der Grund war ein Pilzbefall.«

Löser von den Freien Wählern warf der CDU vor, als »Bürgermeisterpartei« einzig und allein den Rathauschef zu stützen. »Beim Ortstermin an der Grube Fernie war deutlich zu merken, dass Haare in der Suppe gesucht werden.«

 

Stadthalle soll saniert werden

Lenz von der CDU-Fraktion betonte, man werde die Diskussion um die Grube Fernie »nicht auf der persönlichen Ebene führen.« Ihrer Fraktion gehe es um den Erhalt der Natur. Außerdem sei die Grube Fernie ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Lindener. »Wir sind der Meinung, dass auch der Mensch seine Berechtigung haben soll.« Die CDU untermauerte, am Dienstag im Stadtparlament eine namentliche Abstimmung zu beantragen. »Ich freue mich darauf«, erklärte daraufhin der Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Der Bauausschuss hat am Dienstag außerdem – bei Enthaltung der Koalition – dafür gestimmt, noch in diesem Jahr mit der Planung für eine Sanierung, eine Erweiterung oder einen Umbau der Stadthalle zu beginnen. 40 000 Euro sollen dafür in den Investitionshaushalt dieses Jahres bereitgestellt werden.

Die Halle ist etwas in die Jahre gekommen. Eine Sanierung in den kommenden Jahren ist aus Sicht der CDU notwendig. Die CDU, die den Antrag eingereicht hatte, regt auch eine Erweiterung des Gebäudes an. Um mit den Arbeiten direkt nach Fertigstellung der Sporthalle an der Anne-Frank-Schule beginnen zu können, solle man möglichst bald mit der Planung anfangen.

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