25. Oktober 2018, 22:16 Uhr

Picasso am Stadtrand?

25. Oktober 2018, 22:16 Uhr
Jonas_Wissner
Von Jonas Wissner

Lollar (jwr). Im vergangenen Jahr hatten die Grünen in den vier Lumdatal-Kommunen einen gleichlautenden Antrag vorgelegt. Ihr Ziel: An den Ortseingängen sollen Schilder mit der Aufschrift »Ort der Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Lumdatal« aufgestellt werden. Es sind Werte, die ohnehin den Geist des Grundgesetzes wiedergeben. Doch mit den Hinweisschildern wollen die Initiatoren ein offensives Zeichen setzen, für diese Prinzipien einzutreten.

Nun wird die Idee allmählich konkret – zumindest in Lollar: Fünf Vorschläge haben Schülerinnen und Schüler in einem Kunst-Leistungskurs an der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) erarbeitet und mit Lehrer Michael Kühn am Mittwochabend im Ausschuss für Soziales, Jugend, Kultur und Sport vorgestellt. Die Entwürfe setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Einer greift das Motiv der Friedenstaube von Picasso auf, garniert mit einer breiten Farbpalette als Symbol für Vielfalt (Bild rechts), ein weiterer verbindet zwei Menschen mit einer bunten Netzstruktur (Mitte).

Weltumspannende Idee

Ganz anders kommt der dritte Vorschlag daher: Kleine Kreise mit Köpfen, die für die Kommunen stehen sollen, sind im Raum miteinander verknüpft. »Der Entwurf erinnert aber durch seine Dreidimensionalität auch an eine weltumspannende Idee: In einer digital-globalisierten Welt scheinen Toleranz und Vielfalt die Basis, vielleicht sogar die einzige Möglichkeit zu sein, in Frieden und Freiheit miteinander leben zu können«, heißt es in der Beschreibung. Der nächste Vorschlag (links) gruppiert einzelne, zu Rechtecken verbundene Punkte um den Schriftzug herum – »eine Lösung, die sich stark reduziert an Personen richtet, die logisch denken und handeln«. Ein weiterer Entwurf zeigt einen stilisierten Baum, dessen rote Blätter zum Schriftzug wehen. Ein Zeichen dafür, die Botschaft an die Bürger heranzutragen, »ohne sie zu bevormunden«.

Fest steht schon jetzt, dass die Schilder nicht im gesamten Lumdatal stehen werden: Die Rabenauer Gemeindevertretung hatte den Vorschlag im April abgelehnt. Solche Schilder seien überflüssig, hatte es dort geheißen. In Allendorf und Staufenberg gibt es noch keine endgültigen Beschlüsse. In Lollar bleibt die Initiative im Geschäftsgang, die Fraktionen wollen sich in Ruhe über die Vorschläge Gedanken machen, bevor sie entscheiden. Unklar ist auch noch, ob an allen Ortseingängen die gleichen Schilder aufgestellt oder wechselnde Motive gezeigt werden. So oder so soll die Umsetzung die Kommune aber nichts kosten: Geplant ist, sie aus Bundes-Fördermitteln über das Netzwerk für Demokratie im Lumdatal zu finanzieren.



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