26. April 2018, 22:11 Uhr

Pflaster in »Burgund«

26. April 2018, 22:11 Uhr
Nur noch wenige Wochen prägen Baustraße und Schotter den öffentlichen Straßenraum im Dünsberger Weg in Wißmar. Dann wird gepflastert. Die Anlieger haben die Höfe teils schon angelegt. (Foto: so)

Wettenberg (so). Stellenweise war der Tonfall etwas gereizt in der Versammlung der Anlieger aus dem jungen Wohnviertel Dünsberger Weg in Wißmar westlich der katholischen Kirche. Denn es geht um eine ganze Menge Geld – und um die Gestaltung des Wohnumfeldes für die kommenden Jahrzehnte.: In den Frühsommer-Monaten soll der Endausbau des Quartiers erfolgen, in dem die meisten Grundstücke mittlerweile bebaut sind.

Die Arbeiten werden voraussichtlich am 16. oder 18. Mai beginnen und nach acht bis zehn Wochen etwa Ende Juli abgeschlossen sein. Das erläuterte Bau-Ingenieur Bernd Becker, der gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Brunner am Dienstag im Bürgerhaus Wißmar die Planung vorstellte.

Wie viel es in Summe genau kosten wird und was dabei auf den Einzelnen zukommen wird, das steht freilich noch nicht auf Euro und Cent fest. Und kann erst ermittelt werden, wenn die Schlussrechnung vorliegt. Aber die Wettenberger Bauverwaltung hat für alle Grundstücke schon einmal grob kalkuliert, sodass die Eigentümer eine Orientierung haben. Denn: 90 Prozent der Gesamtkosten werden auf sie umgelegt; berechnet nach Größe der Grundstücke und der baulichen Ausnutzbarkeit. Zehn Prozent trägt die Gemeinde aus allgemeinen Steuermitteln. Wer schon jetzt sehen will, wie es in etwa aussehen wird, der kann ein paar Meter weiter schauen, auf der anderen Seite der Landstraße, im Viertel »Gänsberg II«. An der Gestaltung dort wird sich auch der Dünsberger Weg orientieren: Mit rotem Pflaster, ausgestaltet als Verkehrsmischfläche und mit einer Rinne zum Abführen des Regenwassers. Dazu werden hier und da Pflanzinseln angelegt, einige Bäume gesetzt, öffentliche Stellflächen ausgewiesen. Asphaltiert wird nur ein Gefällstück, denn dort verschiebt sich Pflaster im Laufe der Jahre, lehrt die Erfahrung.

Die Geschmäcker sind verschieden

Warum nicht in voller Breite geteert werde, war eine der Fragen. Sei das nicht billiger als Pflaster? Und warum rotes Pflaster (Farbton »burgund«)? Wer hat das festgelegt? Warum nicht Grau? Wiederum andere hätten sich Sandfarben gut vorstellen können.

Ebendrum wurde diese Gestaltung bereits vor zwölf Jahren in ihren Grundzügen festgelegt, als die heutigen Eigentümer mit ihren unterschiedlichen Meinungen und Geschmäckern noch nicht bekannt waren. Die Kosten für Pflaster oder Asphalt seien im Übrigen heute nahezu vergleichbar. »Das nimmt sich nicht mehr viel«, beschwichtigte Bauingenieur Becker.

Im Übrigen lasse sich dann leichter und ohne später sichtbare Aufbruchstellen der Belag öffnen und wieder schießen, wenn etwa an Leitungen gearbeitet werden müsse oder ein neuer Hausanschluss zu verlegen sei.

Im einzelnen nachjustieren können Bürger im Dialog mit dem Rathaus respektive dem Planungsbüro in den kommenden Tagen beispielsweise bei den Baumstandorten oder der Positionierung der Straßenlaternen, von denen noch nicht alle sitzen. Auch die Zahl der Sinkkästen für den Einlauf von Regenwasser wird nochmals überprüft

Nur am Rande war die Dauerbaustelle an der Landstraße Thema. Doch in Wettenberg ist man optimistisch, dort über kurz oder lang zu einer Lösung zu kommen.

Am Dünsberger Wege wurden rund 30 Bauplätze 2012 erschlossen; die ersten Häuser entstanden 2013.

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