27. Dezember 2018, 21:38 Uhr

Pfadfinder bringen das Friedenslicht

27. Dezember 2018, 21:38 Uhr
Die Solmser Pfadfinder aus Laubach verteilen das Friedenslicht auf die Dörfer.

Im Jahre 1986 hatte ein Reporter des österreichischen Rundfunks die Idee, in der Weihnachtszeit ein Friedenssymbol zu verteilen. Die Wahl fiel auf eine Flamme, die am ewigen Licht in der Geburtskirche Jesu in Bethlehem angezündet und dann – ähnlich wie das olympische Feuer – weitergegeben werden sollte. Zunächst musste mit einer Fluggesellschaft eine Möglichkeit gefunden werden, das offene Licht in einem Flugzeug aus Israel nach Wien bringen zu können. Als dieses Problem gelöst war, flogen dann Pfadfinder aus Österreich ins Heilige Land und holten die Flamme. Von Wien aus wurde sie in die Nachbarländer gebracht.

Was mit einer kleinen, wenig bekannten Aktion begann, nahm schon bald unerwartete Ausmaße an. Pfadfindergruppen aus ganz Europa beteiligten sich an der Aktion und brachten das Friedenslicht in Eisenbahnzügen in viele Länder – einmal gelangte es sogar mit der Transsibirischen Eisenbahn bis nach Wladiwostok an der russischen Pazifikküste. Auch für den Transport durch den Eurotunnel konnte inzwischen eine Lösung gefunden werden, sodass das Licht nun auch nach England gelangen kann.

Seit Anfang der 90er Jahre beteiligen sich die Solmser Pfadfinder des Laubacher Stammes »Hagen von Tronje« an der Aktion und bringen in jedem Jahr das Licht nach Laubach. In unregelmäßigen Abständen wird es dann in Stafetten in die Dörfer getragen, aus denen die Pfadfinder des Laubacher Stammes kommen, berichtete jetzt Rüdiger Funk im Namen der Solmser Pfadfinderschaft.

In diesem Jahr war es wieder einmal so weit. Rund 50 große und kleine Pfadfinder, Eltern und Freunde nahmen an der Stafette teil. Es begann mit einer kleinen Aussendungsfeier in der Laubacher Stadtkirche. So wie das Friedenslicht in Bethlehem geholt wurde, wo sich seit vielen Hundert Jahren Christen, Juden und Muslime – leider nicht immer friedlich – begegnen, konnte der Organisator der diesjährigen Stafette, Rüdiger Funk, Pfadfinder aus christlichen, muslimischen und jüdischen Familien zur diesjährigen Stafette begrüßen.

Von Laubach aus zog man dann in vier Gruppen los, um das Licht in Laternen und Petroleumlampen in die umliegenden Gemeinden zu bringen. Eine Gruppe wanderte nach Freienseen, eine andere nach Gonterskirchen, wo dann das Licht an eine Gruppe aus Stornfels überreicht wurde. Die weitesten Strecken führten über Lauter und Grünberg nach Göbelnrod und über Wetterfeld, Ruppertsburg, Villingen nach Nonnenroth. An vielen Stationen wurde das Friedenslicht auch an die interessierten Kirchengemeinden übergeben. An allen Übergabepunkten wartete ein Begleitfahrzeug mit Kinderpunsch und Kuchen und brachte die Wanderer wieder zurück.

Rechnet man die einzelnen Strecken zusammen, so wurde von den Gruppen insgesamt eine Strecke von fast 50 Kilometern – bei teilweise regnerischem Wetter – zurückgelegt. (Foto: pm)

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