22. Mai 2017, 19:35 Uhr

Opulent und einfühlsam

22. Mai 2017, 19:35 Uhr
Mit Werken junger zeitgenössischer Chorkomponisten aus Skandinavien, dem Baltikum und den USA überzeugt die TeuTonia Nordeck.

Sein außergewöhnliches Programm »Northern Lights« präsentierte am Samstagabend der gemischte Chor der TeuTonia Nordeck in der St.-Peter-und-Paul-Kirche in Marburg. Das knapp 30-köpfige Ensemble unter der Leitung von Torsten Schön hatte ein beeindruckendes und vielseitiges Repertoire erarbeitet, das Werke junger zeitgenössischer Chorkomponisten aus Skandinavien, dem Baltikum und den USA fokussiert. Mit »Kyrie« und »Agnus Dei« aus der Feder des lettischen Komponisten Rihards Dubra stimmten die Sängerinnen und Sänger das Publikum auf die noch folgenden Stücke ein, die sich alle durch eine moderne, aber dennoch harmonische Klangästhetik auszeichneten.

»Solveigs Lied« berührt

Durch das knapp 90-minütige Programm führte Svenja Käs, die essenzielle Informationen und teilweise auch Übersetzungen zu den einzelnen Werken gab – wurden doch alle Stücke in der jeweiligen Originalsprache dargeboten. Im weiteren Verlauf des Konzertes zeigte der Chor einmal mehr seine Stärke der detailgenauen Ausarbeitung und ergreifenden Interpretation. Dabei präsentierte das Ensemble ebenso professionell von weichen Dissonanzen dominierte Stücke wie »Miserere« von Pärt Uusberg als auch opulente Klangschichtungen wie in »Magnum Mysterium« aus der Feder des Dänen Morten Lauridsen. Eine überaus klangvolle und berührende Hommage an die Musik stellte das Lied »Muusika« (Pärt Uusberg) dar – vorgetragen mit einer ausgeprägten und trefflichen Dynamik. Ebenso wie das titelgebende »Northern Lights« – ein Werk des jungen norwegischen Komponisten Ola Gjeilo, das die Zuhörer mit seinem faszinierenden Klangcharakter regelrecht fesselte.

In drei wohlplatzierten Solostücken, die von Dr. Wolfgang Ratzka an der Orgel begleitet wurden, stellte die Sopranistin Eva Schlotter ihr Können unter Beweis: »Solveigs Lied« von Edvard Grieg bot sie ebenso professionell wie berührend dar. Auch die von der Empore aus gefühlvoll und perfekt intonierten Lieder »The Prayer« (Josh Groban) und »Somewhere« (Leonard Bernstein) machten den Konzertabend zu etwas ganz Besonderem. Mit dem Spiritual »My soul’s been anchored in the Lord« von Moses Hogan offenbarten die Sängerinnen und Sänger in einer mitreißenden Interpretation ihre Vielseitigkeit – forderte das achtstimmige Arrangement doch höchste Konzentration und Einsatz.

Die Harmonie zwischen Chor und Chorleiter zeigte sich nicht nur im aufwendigen Call-and-Response-Teil des Stückes. Torsten Schön wusste durch sein professionelles Dirigat die Chormitglieder zu beeindruckenden Leistungen zu bewegen.

Mit dem Werk »Only in sleep« von Eriks Esenvalds (Lettland) aus dem Jahr 2012 setzte das Ensemble ganz besondere Akzente. Die Sopranistin Eva Schlotter berührte mit einem Solo, das geradezu filigran über dem achtstimmigen Chorklang schwebte, sichtlich die Herzen der Zuhörer. In der Woche zuvor hatte der gemischte Chor, dessen Altersspanne von 15 bis 82 Jahren reicht, sein anspruchsvolles Konzertprogramm bereits (wie berichtet) in der fast voll besetzten St. Hubertus-Kirche in Amöneburg-Mardorf aufgeführt. (Fotos: Michael Nicolai)

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