19. Juni 2018, 22:07 Uhr

Offene und tolerante Stadt Lich

19. Juni 2018, 22:07 Uhr
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Von Nastasja Akchour-Becker
Auch der Jugendchor Songlines hält Kontakte zu den Partnerstädten in Schweden und Ungarn. Seit zehn Jahren besteht der Chor, seit 20 Jahren der Förderverein für Städtepartnerschaften. (Foto: nab)

Immer wieder zeigen die Stadt Lich, seine Bewohner und Freunde, was es bedeutet, offen und tolerant zu sein, sich für Menschen anderer Kulturkreise einzusetzen und internationale Kontakte und Freundschaften zu pflegen. Seit 20 Jahren werden die Aktivitäten rund um die fünf Partnerstädte der Bier-Stadt unter dem Dach des Fördervereins für Städtepartnerschaften koordiniert. Mit Gegrilltem, kühlen Getränken sowie Kaffee und Kuchen haben Mitglieder und Freunde am Sonntag das 20-jährige Jubiläum der Vereinsgründung beim traditionellen Sommerfest am Hessentagsbrunnen gefeiert.

Besuche in Planung

Die Wurzeln des Fördervereins reichen weiter zurück als in die vergangenen zwei Jahrzehnte. Schon seit 1974 hatte ein Komitee die Aktivitäten mit dem französischen Dieulefit koordiniert, berichtete Iris Fischer vom Vorstand. Bis heute werden die Kontakte – Schüleraustausch, gegenseitige Besuche und langjährige Freundschaften – intensiv mit dem 3100-Einwohner-Ort gepflegt, der am nördlichen Rande der Provence liegt. Im Jahr 1990 kam die Elbstadt Tangermünde in Sachsen-Anhalt hinzu, und 2003 gingen die Licher Städtepartnerschaftsbestrebungen über Europa hinaus nach Nordafrika in das marokkanische Tata. Die Oasenstadt am Rande der Sahara hat 24 000 Einwohner, ist eine traditionsreiche Berberstadt und liegt genau 3500 Kilometer von Lich entfernt. Nicht ganz so weit, sondern nur 1003 Kilometer müssen die Licher und die Ungarn aus Budakeszi für ihre gegenseitigen Besuche zurücklegen. Eine große Delegation des Fördervereins war zuletzt 2015 in der 13 500-Einwohner-Stadt vor den Toren Budapests, um die zehnjährige Städtepartnerschaft zu feiern. Die jüngste Städtepartnerschaft schloss Lich 2010 mit dem schwedischen Vänersborg. In Westschweden am Südufer des Vänersees gelegen, hat die Stadt 24 000 Einwohner und ist 1150 Kilometer von Lich entfernt.

Dass die Arbeit des Fördervereins, seiner Mitglieder und Freunde Früchte trägt, führt jedes Jahr der Historische Markt deutlich vor Augen. Aus Schweden und Frankreich, Marokko und Ungarn werben extra angereiste Delegationen für ihre Städte, verköstigen die Besucher mit ihren landestypischen Produkten und ihren Traditionen – ein herzliches Miteinander und gelebte Völkerverständigung ganz nach dem Vereinsziel.

»Uns liegt bei unseren Austauschprojekten auch die Jugendförderung sehr am Herzen«, betonte Iris Fischer im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung. Ein gutes Beispiel dafür ist der Jugendchor Songlines der Musikschule Lich unter der Leitung von Peter Damm. Die Gruppe war häufiger in Vänersborg zu Gast und wird im Oktober zum zweiten Mal nach Budakeszi reisen, um dort gemeinsame Chorprojekte umzusetzen.

»Wir freuen uns über eine kleine steigende Zahl von neuen Mitgliedern«, sagte Fischer. Der Vorstand schätze, dass Mitglieder und Freunde zahlreich an den Partnerschaftsbegegnungen teilnehmen. Anfang Juli fahre eine kleine Gruppe nach Dieulefit, im September eine Gruppe nach Budakeszi und im Oktober stehe Marokko auf dem Reiseplan. »Nächstes Jahr soll Anfang Juli eine Fahrt nach Vänersborg führen«, kündigt Fischer an. Bereits im September kommt eine Künstlerdelegation aus Vänersborg, um an »Kunst in Licher Scheunen« teilzunehmen.

In den Sommermonaten trifft sich der Partnerschaftsverein an jedem ersten Donnerstag im Monat ab 19 Uhr zum Boulespielen im Bürgerpark (nächster Termin ist der 5. Juli). Auch das ist eine wunderbare Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen.



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