Kreis Gießen

Öffentlichen Nahverkehr ausbauen

Die Sicherung der Lebensqualität für die Bürger im Landkreis Gießen stand im Mittelpunkt einer dreitägigen Klausurtagung der Kreistagsfraktion der Freien Wähler in Nieder-Weisel. In der vom Fraktionsvorsitzenden Günther Semmler (Laubach) geleiteten Veranstaltung beleuchteten die Kommunalpolitiker darüber hinaus zahlreiche Aufgabenfelder der Kreiskoalition.
04. September 2017, 20:30 Uhr
Redaktion
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Die Freien Wähler fordern eine Reaktivierung der Lumdatalbahn. (Foto: pad/Archiv)

Die Sicherung der Lebensqualität für die Bürger im Landkreis Gießen stand im Mittelpunkt einer dreitägigen Klausurtagung der Kreistagsfraktion der Freien Wähler in Nieder-Weisel. In der vom Fraktionsvorsitzenden Günther Semmler (Laubach) geleiteten Veranstaltung beleuchteten die Kommunalpolitiker darüber hinaus zahlreiche Aufgabenfelder der Kreiskoalition.

»Zwischen den Ballungszentren im Landkreis und dem ländlichen Raum muss ein Ausgleich gefunden werden, um der Landflucht und dem demografischen Problem zu begegnen«, sagte Rabenaus Bürgermeister Kurt Hillgärtner. Die Stärkung der Region Gießen könne an vielen Punkten festgemacht werden, wobei in erster Linie die Infrastruktur durch einen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs verbessert werden müsse. Dazu zähle die Notwendigkeit, die Bahnstrecken im Horlofftal und im Lumdatal zu reaktivieren sowie die Vogelsbergbahn Gießen – Fulda durch eine Verbesserung des Angebotes attraktiver zu gestalten. Schließlich müsse durch eine Reform des Denkmalschutzes ein neues Angebot für die Wohnraumversorgung in strukturschwachen Kommunen geschaffen werden.

Auch die mögliche Veränderung der Schullandschaft im Landkreis nahm in der Klausur Raum ein. Dabei informierten sich die Freien Wähler zum Thema Förderschule und sprachen sich für den Erhalt der Gallusschule in Grünberg aus, die mit einem vielfältigen förderpädagogischen Programm zu einer Institution geworden sei. »Die Gallusschule hat mit ihrem Netzwerk zur Theo-Koch-Schule und zur Schottener Reha Strukturen geschaffen, die neben weiteren Schwerpunkten ein erfolgreiches Schulprogramm als ein Alleinstellungsmerkmal hervorgebracht hat, sodass sich eine Veränderung verbietet«, sagte Fraktionsvorsitzender Günther Semmler.

Auch die Notwendigkeit einer Außenstelle der Kfz-Zulassungsbehörde im Ostkreis wurde besprochen. Da es noch keine Möglichkeit geben, Fahrzeugzulassungen per Internet abzuwickeln, müsse ein bürgerfreundliches Standortangebot im Ostkreis vorhanden sein. Die Freien Wähler sehen keine Möglichkeit, diese Dienstleistung in die Rathäuser zu verlagern. Die Außenstelle in Laubach habe sich seit Jahren bewährt, biete den kompletten Service und sei auch für Führerscheinangelegenheiten Anlaufstation der Ostkreis-Bevölkerung, erklärte Laubachs Bürgermeister Peter Klug.

Die Freien Wähler begrüßten die Entscheidung der hessischen Landesregierung zur Gebührenfreiheit der Kita-Plätze. Allerdings sei es wünschenswert, nicht nur die Eltern zu entlasten, sondern auch die Kommunen. Der Pauschalbetrag von 136 Euro pro Kind und Monat decke die Kosten nicht ab, sodass die Teilübernahme der Kindergartengebühren durch das Land zu einem Verlustgeschäft für die Städte und Gemeinden führe, sagte Grünbergs Bürgermeister Frank Ide.

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