19. April 2017, 19:37 Uhr

Nur auf den ersten Blick heiter

19. April 2017, 19:37 Uhr
Klaus Busch neben dem »intergalaktischen Zirkus«. Das Werk gehört zu seinen Lieblingsbildern. (Foto: dis)

In der »Galerie N°5« des Laubacher Kunst- und Kulturforums wurde die Ausstellung »Kreidezeit« mit Werken des Künstlers Klaus Busch eröffnet. Zahlreiche Freunde und Verwandte des 1965 in Limburg geborenen Künstlers waren zur Vernissage gekommen.

Aufgewachsen ist Busch in Wetzlar. Er hat ein Städtebaustudium in Oldenburg absolviert. In Teilzeit ist der freischaffende Künstler als Stadtplaner in Deggendorf (Bayern) beschäftigt, wo der Vater von drei Söhnen seit 1994 wohnt. Zudem ist er Lehrbeauftragter an der dortigen Hochschule.

Buschs bevorzugte Zeichentechniken sind Pastellkreide und Tusche, die fließenden Übergänge dieser Techniken seien seiner künstlerischen Intention am Nächsten. Hinzu kommen Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken. Gerade die Pastelltechnik als Schwerpunkt des künstlerischen Arbeitens wendet er recht ungewöhnlich und »unakademisch« an. Busch hat sich diese Technik autodidaktisch schon in frühester Jugend angeeignet, als er einen Kasten mit Pastellkreide geschenkt bekam.

In Laubach ausgestellt werden Pastellkreidezeichnungen, die in der Anfertigung diffizil sind, da die Kreide staubt und stark abfärbt. Deshalb muss Busch als Rechtshänder von links oben nach rechts unten arbeiten, da er sonst das Gezeichnete wieder mit seiner Hand verwischt.

Klaus Busch beherrsche diese Technik wie kaum ein anderer, sagte Arnold Schleier, Vorsitzender des Kunst- und Kulturforums Laubach. Er habe schon in Vorbereitung auf die Ausstellung den Künstler als einen sehr strukturierten Menschen kennengelernt. Dies bestätigte Busch. Er sagte, dass er seine Motive vorzeichne, mit Leidenschaft und einem Tunnelblick an die Arbeit gehe und erst wieder auftauche, wenn die kleinen Dämonen verschwunden seien. Seine Motive entstehen schlagartig in Prozessen, die er oft nicht erklären kann. Schleier fragte, ob die Motive der Bilder immer noch so boshaft und dunkel seien wie in früheren Jahren. Das wohl nicht, meinte der Künstler, die Themen seien unterschiedlicher Art, mal ironisch und mal im satirischen Geist. Er gestalte heute farbiger und mit einem Augenzwinkern, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben.

Als Motive liebt Busch vor allem alte Häuser, aber auch der Natur ist er durchaus zugewandt, wobei seine Aussagen sich erst auf dem zweiten Blick dem Betrachter erschließen. Perspektiven erscheinen nur vorerst richtig, Farbe nur zufällig ausgelassen. Die Motive von Busch erscheinen zunächst heiter bis fröhlich, beim näheren Hinsehen fällt auf, dass die Thematik meist von politischer und gesellschaftskritischer Aussage geprägt ist. Die Bilder erzählen Geschichten in einer Aneinanderreihung realer Eindrücke in einer irrealen Welt.

Busch gibt allen Interessenten die Möglichkeit, am 30. April um 15 Uhr an einer Künstlerführung teilzunehmen. Daran anschließend bietet er einen zweistündigen Workshop »Einführung in die Kreidezeichnung« an, der bis etwa 18 Uhr dauern wird. Anmeldungen per E-Mail an info@kunstforum-laubach.de, die Platzzahl ist begrenzt. Die Ausstellung kann noch bis zum 21. Mai samstags von 11 bis 13 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt besucht werden.

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