17. September 2019, 21:32 Uhr

Noch keine Entscheidung zum Hallenbad

17. September 2019, 21:32 Uhr
Neubau oder Sanierung? Das marode Hallenbad in Hochelheim wird weiter für Diskussionsstoff sorgen. (Foto: Archiv/blm)

Die Gemeindevertretung hat noch keinen Beschluss über die Zukunft des Hallenbades gefasst. Das Thema wurde in die Fachausschüsse verwiesen. Dort sollen die drei möglichen Varianten gegeneinander abgewogen werden.

So voll auf den Zuhörerbänken wie am Montagabend ist es selten in den Sitzungen der Hüttenberger Gemeindevertretung im Saal des Rechtenbacher Bürgerhauses. Zahlreiche Bürger hatten sich im Zuschauerraum eingefunden. Der Grund für das große Interesse waren zwei Tagesordnungspunkte: Die Abschaffung der Straßenbeiträge in der Gemeinde und die mit Spannung erwartete Entscheidung zum Hallenbad in Hochelheim.

Das Hallenbad soll erhalten bleiben - darin sind sich die Gemeindevertreter einig. Doch wie teuer wird das für die Bürger? Denn bekanntlich ist das Geld derzeit knapp in der Gemeinde, und sowohl Sanierung als auch ein Neubau sind teuer.

Bürgermeister Christof Heller präsentierte die aktuell möglichen Varianten: Da wäre zunächst ein Neubau des gesamten Gebäudekomplexes inklusive Bürgersaal und Foyer sowie den Nebenräumen der Sporthalle. Eine Alternative wäre die Sanierung der bestehenden Gebäude, die dritte Variante ein Neubau des Hallenbads mit einer technischen Sanierung des Bürgersaales.

Grundsteuer wird erhöht

Für die Sanierungsvariante fand sich in der Sitzung am Montag allerdings kein Fürsprecher: »Wer einmal einen Blick in die Katakomben unter dem Schwimmbad geworfen hat, der weiß: Eine Sanierung hat keinen Zweck mehr, da gibt es nur noch Rost, Staub und Probleme«, erklärte Klaus Schultze-Rhonhof (CDU).

Der Neubau der gesamten Anlage nach Variante 1 würde vermutlich rund 9,5 Millionen Euro kosten, der Neubau inklusive Sanierung des Bürgersaals rund 12 Millionen Euro. Diese Zahlen stammen allerdings aus dem Jahr 2017. Die Baukosten sind seitdem aber angestiegen. Zwischen 5 und 20 Prozent werden wohl noch einmal darauf kommen, teilte der Bürgermeister mit. Für die Hüttenberger Bürger würde sich das in einer Erhöhung der Grundsteuer niederschlagen: Variante 1 würde eine Erhöhung von 180 Prozentpunkten (123,93 Euro jährlich bei einem Musterhaushalt) bei der Grundsteuer B bedeuten, die zweite Variante 215 Prozentpunkte (148,03 Euro jährlich) und die dritte Variante 212 Prozentpunkte (145,96 Euro jährlich). Selbst bei der maximalen Förderung von einer Million Euro wäre in der günstigsten Variante eine Steuererhöhung von 132 Prozentpunkten - umgerechnet 90,89 Euro jährlich - nötig.

Der Kostenaspekt sorgte dafür, dass die SPD einen Antrag für eine Bürgerbeteiligung stellte: »Die Bürger müssen wissen, um was es geht und was auf sie zukommt«, erklärte Volker Breustedt (SPD). Abschließend wurde beschlossen, die Diskussion über die möglichen Varianten an die Ausschüsse zu überweisen. Hier will man nun möglichst schnell eine Entscheidung treffen, um die benötigten Mittel in den Haushalt zu überweisen.

Durch die Grundsteuer eng mit dem Thema Hallenbad verbunden ist das Thema Straßenausbeiträge: Diese werden in Hüttenberg jetzt abgeschafft - und das ohne die Grundsteuer zur Kompensation anzupassen. Das Thema, das sich derzeit durch die Tagesordnungen vieler Kommunen zieht, macht auch vor Hüttenberg keinen Halt: Nach langen Erörterungen in den Ausschüssen fiel am Montag die Entscheidung, die Beiträge komplett zu streichen.

»In Hungen will man die wiederkehrenden Beiträge nach nicht einmal einem Jahr wieder abschaffen, da bleibt für uns doch als einzige Option, sie ganz abzuschaffen«, erklärte Hans Kleinschmidt (FW) die Haltung seiner Fraktion. Eine Meinung, der sich die meisten anderen Fraktionen anschlossen. Außerdem erhielt ein Antrag der SPD, den letzten Satz des ursprünglichen Antragstextes zu streichen, bei nur einer Gegenstimme den mehrheitlichen Zuspruch der Hüttenberger Gemeindevertreter. Dabei ging es um den Finanzausgleich über die Grundsteuer. Diese wird also nicht erhöht, um die Mehrkosten zu kompensieren. Wie die wegfallenden Beiträge aufgefangen werden sollen, blieb am Montag noch offen. Sozialdemokrat Breustedt nannte in der Sitzung einen aus seiner Sicht ganz einfachen Grund, zu diesem Zeitpunkt keine Erhöhung vorzunehmen: »Wir werden uns schon beim Schwimmbad intensiv über die Erhöhung der Grundsteuer unterhalten müssen.«

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