31. Juli 2017, 20:06 Uhr

Nichts geht hier über die Musik

31. Juli 2017, 20:06 Uhr
Die Erbverwalter von »Fäägmeel« kommen nach Grünberg: »Meelstaa«. (Foto: Archiv)

Treffen die Erwartungen des ehrenamtlichen Organisationskomitees ein, dann wird die 19. Auflage von »Grünberg Folk« am 12. und 13. August besser besucht sein als alle 18 zuvor. Was solchen Optimismus nährt: Das musikalische Spektrum, so sehen es die Festivalmacher, sei so breit wie nie, spreche die Liebhaber leiser, auch mal melancholischer Balladen ebenso an wie jene Klientel, die es laut und heftig mag oder die das Tanzbein schwingen will.

Von Mundart bis Rock

Behalten die Folkfreunde recht, so werden in knapp zwei Wochen »ein paar Hundert, besser Tausend Besucher« mehr kommen. Bisher waren es meist 3000 bis 4000, die vor pittoresker Kulisse, am Marktplatz oder am Diebsturm die Konzerte unter freiem Himmel genossen. Oder aber im Barfüßerkloster und in der Hospitalkirche den leiseren Tönen lauschten.

Bei allen berechtigten Wünschen nach mehr Zuspruch und weniger Zuschussbedarf, der Anspruch von »Grünberg Folk« bleibt doch gleich: »Bei uns ist die Musik die Hauptsache, dies ist eine Veranstaltung für die Stadt, für die Region.« Mit großen Festivals, bei denen zuweilen der Eventcharakter dominiert, will man sich auch gar nicht messen. Ralph Jordan, Vorsitzender des »nicht bestehenden Vereins«, formuliert es so: »Das Organisationskomitee war und ist vor allem bemüht, Kultur in Form von internationaler Musik nach Grünberg zu transportieren.« Und das eben in diversen Stilrichtungen, von Rock, Pop, Brass, Latin-Jazz über Celtic-Folk bis hin zu Mundart.

Jordan, der in die Fußstapfen von Festivalgründer Manfred Albrecht getreten ist, hebt bei der Programmvorstellung eine Gruppe hervor, den Headliner sozusagen, der am Samstagabend den Marktplatz in Schwingungen versetzen dürfte: »The Les Clöchards«, die in einem Fortissimo-Ritt irische Trinklieder, Country-Songs und US-Rockballaden »orientalisch durchpeitschen«. Musikkabarett vom Feinsten, heißt es.

Für die Auswahl der Bands zeichnet Karl-Horst Hausmann verantwortlich. Neben erwähntem Hauptakt machte er auf weitere Schmankerln aufmerksam. Etwa auf die Liedermacherin »FEE«, die mit ihrer eigenwillig-melancholischen Musik gerade junge Menschen begeistere. Ein Höhepunkt für Freunde der oberhessischen Mundart nennt Hausmann »Meelstaa«, die auch, aber nicht nur Songs der legendären »Fäägmeel« spielen. Erwähnt seien hier noch die Münchner »Großstadt Boazn«, die mit »eigenwilliger Volksmusik« auch Preußen zu überzeugen wissen.

Weitere Bands in Kürze: Wait für June (Indie/Folk), Amarank (Celtic), Mykket Morton (Indie/Folk/(Pop), Aconcagua (Latinjazz), Selfish Murphy (Irish/Punk/Rock) sowie die TKS-Schulband.

Auch für Bürgermeister Frank Ide ist das breite, alle Altersklassen ansprechende Spektrum das Gütezeichen dieses Festivals. Gerade deshalb findet er die mäßige Resonanz bei den Grünbergern schade: »Wenn jeder, der auf den Gallusmarkt geht, Grünberg Folk besuchte, wäre alles gut.«

Bei all der Musik nicht vergessen sei doch das Drumherum: Der Landmarkt am Diebs-turm mit einer Reihe von Selbstvermarktern lohnt sicher wieder einen Besuch. Tradition ist längst der Folk-Gottesdienst am Sonntag, 11 Uhr, unter freiem Himmel, umrahmt von »Sweet Horizon«. Das Kinderprogramm, unter anderem mit einem Zauberer und jeder Menge Spielen, findet diesmal im Alten Posthof statt.

Schließlich der Hinweis, dass der Eintritt unverändert bei 13 Euro fürs Kombiticket, 10 Euro für den Samstag und 5 Euro für den Sonntag liegt (ermäßigt 9, 6, 3 Euro). Ein unschlagbares Preisleistungsverhältnis, wie Hausmann meint: »Wo kriegen Sie schon neun Bands für jeweils einen Euro!?«

Für weitere Infos sei der Blick ins Netz empfohlen: folk.gruenberg.de.

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