07. Dezember 2017, 19:11 Uhr

Nicht nur die Kosten sprechen dafür

07. Dezember 2017, 19:11 Uhr
brueckner_tb
Von Thomas Brückner
Der Herbst bringt sie ans Licht: Mitten in der Natur gelegen ist die ehemalige AWO-Freizeitstätte Grünberg. Aller Voraussicht nach wird sie zur neuen Kindertagesstätte. (Foto: tb)

In Grünberg-Kernstadt wird es nächstes Jahr gleich zwei neue Kindergärten geben. Das scheint nach der Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses am Mittwochabend sicher. Heißt: Neben dem Neubau im »Baumgartenfeld III« wird eine weitere Einrichtung an der Straße nach Weickartshain, auf dem Areal der ehemaligen AWO-Freizeitstätte, eröffnen.

Die Prognose wird gestützt durch die positive Resonanz, die die Umbau- und Sanierungsplanung für die Gebäude der Arbeiterwohlfahrt Hessen-Süd am Mittwochabend im Fachausschuss gefunden hat. Vorgestellt wurde die von Architektin Stefanie Muskau.

 

Landeszuschuss von 640 000 Euro

 

Wie berichtet, fehlen der Ostkreiskommune vom nächsten Jahr an zwei Kita-Gruppen: Der Neubau im Baumgartenfeld bietet zwar Raum für vier Gruppen, gebraucht werden aber sechs. Denn neben den drei Gruppen, die aus der Übergangseinrichtung »Grisu« im alten THW-Gebäude in den Neubau wechseln, müssen drei weitere in Queckborn, am Rondell und in der Schulstraße dichtmachen. Die Verwaltung favorisiert seit Langem die »Umnutzung« der Freizeitstätte; 400 000 Euro für den Erwerb sind etatisiert, aber noch mit einem Sperrvermerk versehen. Die Stadtverordneten mochten zunächst die Umbauplanung sehen. Die liegt nun auf dem Tisch, taxiert die Kosten auf 960 000 Euro. Bürgermeister Frank Ide machte am Mittwoch dennoch aufs Neue klar, wofür er ist: Jüngste Kita-Neubauten (siehe Linden) landeten bei 3,3 Millionen, doppelt so viel wie bei der »AWO«. Wobei er bereits 100 000 Euro für einen Parkplatz eingerechnet habe.

Wie Architektin Muskau erklärte, sei die Bausubstanz der Freizeitstätte insgesamt gut, die Heizung erst zwei Jahre alt, ließe sich das Raumprogramm für drei Regel- und eine Waldgruppe realisieren. Freilich bedürfe es einiger Investitionen: 232 000 Euro für ein neues Stehfalzdach samt Dämmung, 382 000 Euro für die Gebäudehülle (neue Fenster, Türen, Außenwanddämmung), 330 000 Euro für Umbauten/Renovierungen. Die Nurdachhäuser seien für Differenzierungs-, Personal- und Leitungsräume ohne größeren Kostenaufwand zu nutzen. Ohne dass bereits abgestimmt wurde, sprach sich die SPD bereits für diese Option aus. Wegen der geringeren Kosten für die Stadt gegenüber einem Neubau (nach Abzug des Landeszuschusses von 640 000 Euro dürften es rund 900 000 Euro sein), wegen der Lage in der Natur (»ein Traum«, Roswitha Lorenz) und der Chancen für eine Waldgruppe. Auch plädierten die Genossen für den Ankauf auch des Areals rechts von der Straße, die mit 80 000 Euro zu Buche schlägt (in 400 000 Euro enthalten, die Red.).

Mit Blick auf jüngste CDU-Vorschläge, eine Kita am oder im geplanten neuen Bürgerhaus Harbach zu schaffen, fragte Reinhard Ewert (Grüne): »Neben den inhaltlichen Argumenten: Wie passt das denn zu dem Architektenwettbewerb für den Neubau in Harbach?« Unions-Sprecherin Birgit Otto erklärte dazu, ihre Fraktion mahne ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept für die Großgemeinde an, »Harbach« könnte da eine »Richtung« sein. Fraktionskollege Siegbert Damaschke warnte vor übereilten Schritten und am Ende höher als erwarteten Kosten.

 

CDU warnt vor Verkehrsproblem

 

Dessen Bedenken, was die verkehrliche Erschließung, was mögliche Konflikte mit der ohnehin hohen Belastung des Streckenabschnitts wegen der TKS betrifft, suchte Ide zu entkräften. Er verwies auf eine vorhandene Linksabbiegerspur, das Tempolimit von 60 km/h und einen Ortstermin mit Hessen Mobil, bei dem einzig eine Rodung des Bewuchses verlangt worden sei, um ausreichend Sicht Richtung Weickartshain zu schaffen. Da sich der »Andienverkehr« der 70 bis 80 Eltern nicht auf die Zeit des Schulbeginns konzentrieren werde, dürfte auch die befürchteten Konflikte nicht eintreten.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos