16. Januar 2018, 20:08 Uhr

Neues Leben in alter Bäckerei

16. Januar 2018, 20:08 Uhr
Hinter historischer Fachwerkfassade entstehen sieben Wohnungen auf 330 Quadratmetern. Das Haus Obertorstraße 39 (vorn, r.) wird derzeit umfassend saniert. (Foto: con)

Die Innenstadtsanierung ist auf der Zielgeraden: Mit der Sanierung des Anwesens in der Obertorstraße 39 steht das letzte große Projekt vor seiner Vollendung. Derzeit entstehen in dem Gebäude, in dem sich ehemals die Bäckerei Frutig befand, sieben Wohnungen auf rund 330 Quadratmetern. Bereits auf den ersten Blick können Passanten bemerken, dass sich hinter der historischen Fachwerkfassade in den vergangenen Monaten einiges getan hat.

Sechs Jahre lang befand sich das Haus, das aus einem dreigeschossigen Fachwerkbau aus Eichenholz besteht und aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt, im Besitz der Gesellschaft für Stadtentwicklung und Städtebau in Worms (GSW), bevor es Gerhard Jockel im Sommer 2017 übernahm. Nun ist die Sanierung fast abgeschlossen. Der zuständige Architekt und Bauleiter Berchtold Büxel geht davon aus, dass die Wohnungen ab April bezugsfertig sind. Im Inneren sind noch die Handwerker an der Arbeit – eigentlich war mit einer Fertigstellung im Dezember gerechnet worden, aber verschiedene Schwierigkeiten wurden erst während der Sanierung bekannt. So mussten auch Teile des Fachwerks ersetzt und die Deckenhöhen verändert werden.

Im Hof hinter dem historischen Gebäude entstand ein zusätzlicher Neubau, der sich an den Fachwerkbau anschließt. Und auch innerhalb des Fachwerkhauses hat sich viel getan: »Als wir uns das Gebäude 2016 zum ersten Mal angeschaut haben, dachten wir zuerst an einen kompletten Abriss«, erklärte Büxel beim Ortstermin. Aber die Denkmalschutzbehörde äußerte den Wunsch, dass die Fassade erhalten bleibt. Das Gebäude wurde komplett entkernt – nur die Fassade blieb erhalten. Das Schaufenster im Erdgeschoss wurde völlig entfernt.

Der schönste Ort in dem komplett sanierten Haus befindet sich zweifellos ganz oben: Von einer großen Dachterrasse aus hat man einen wunderbaren Blick über die Hungener Kirche bis zum Hoherodskopf – und mit kleineren Abstrichen auch auf den Marktplatz. Ein wichtiges Anliegen war Jockel auch die Erhaltung des sogenannten »Hessischen Mann« – einer besonderen Anordnung der Holzbalken an der Außenfassade, die typisch für die fränkisch-hessische Fachwerkbauweise ist. Die komplette Sanierung war eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, was man auch daran erkennen kann, dass die ursprünglich angesetzten 710 000 Euro nicht ausreichen werden. Ein Zuschuss von 45 000 Euro stammt aus den Fördermitteln von Bund und Ländern zur Stadtsanierung.

Für Gerhard Jockel und seine Lebensgefährtin Elke Patzer ist das Ensemble Obertorstraße 39 bereits das dritte Objekt, das sie in Hungen verwirklichen. »Ich bin für den planerischen und sie für den kreativen Bereich zuständig«, erklärte Jockelanlässlich der Begehung des Gebäudes.

Dass sich Jockel dem ehemals unansehnlichen Haus in exponierter Lage widmet, bezeichnete Bürgermeister Rainer Wengorsch als einen »Glücksfall für die Stadt«. Sein Fazit: »Die Sanierung hier ist eine rund um gelungene Sache«.

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