04. Februar 2017, 15:00 Uhr

Arbeitsplätze absichern

Neues Industriegebiet macht Expansion möglich

Weil einige Hungener Firmen an ihren bisherigen Standorten keine Entwicklungschancen haben, weist die Stadt bei Trais-Horloff ein neues Industriegebiet aus.
04. Februar 2017, 15:00 Uhr

Es geht um die Zukunft heimischer Unternehmen und die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region. Damit bestehende Betriebe expandieren könne, hat die Stadtverordnetenversammlung, die am Donnerstag in Nonnenroth tagte, neue Industrieflächen »An der Halde« zwischen Inheiden und Trais-Horloff ausgewiesen. Es handelt sich um eine 1,9 Hektar große Fläche nördlich des Solarparks zwischen Hahnstraße und Holzweg.

Interessenten für die Grundstücke gibt es bereits. Einen Namen konnte Bürgermeister Rainer Wengorsch bereits nennen: Ruwolt Stanz- und Umformtechnik. Das Familienunternehmen ist seit mehr als 45 Jahren in Inheiden ansässig, hat aber an seinem Standort mitten im Dorf keine Erweiterungsmöglichkeiten. Rücksicht auf direkte Nachbarn muss »An der Halde« auch nicht mehr genommen werden.

Das neue Industriegebiet ist zweigeteilt. Was die Schallemissionen betrifft, so gibt es tagsüber in beiden Bereichen keinerlei Beschränkungen. Nachts darf der Lärmpegel in der nördlichen Teilfläche 52 Dezibel nicht überschreiten. Im Süden wurde der nachts geltende Grenzwert auf 49 Dezibel festgesetzt, denn diese Hälfte grenzt direkt an die Hahnstraße an; der Ortsrand von Trais-Horloff ist von dort nicht mehr weit entfernt. Bei der Beteiligung der Öffentlichkeit waren gegen die Ausweisung der neuen Industriefläche keine Einwände erhoben worden. Den Satzungsbeschluss fasste das Stadtparlament einstimmig.

Eine Erweiterung der Fläche ist denkbar. Bürgermeister Rainer Wengorsch hatte der Rewe Group bereits ein Gelände »An der Halde« für den Bau eines großen Logistik-Zentrums angeboten, doch der Lebensmittel-Riese hat vergangene Woche abgewunken (siehe Bericht auf Seite 35).

Mit der Erschließung des neuen Industriegebiets wurde die Hessische Landgesellschaft beauftragt. 49,90 Euro soll der voll erschlossene Quadratmeter dort kosten. Den Preis, der 15 Prozent über dem liegt, was Gewerbeflächen in Hungen bislang kosteten, hat die Stadtverordneten einstimmig befürwortet. Bürgermeister Wengorsch begründete den Aufschlag mit gestiegenen Kosten für die Erschließung. In den Nachbarkommunen bewegten sich die Verkaufspreise für Gewerbeflächen zwischen 45 und 51 Euro je Quadratmetern. Mit 49,90 Euro bleibe Hungen marktfähig. Eine Krux aber bleibt: Bei der Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen sei in ländlich strukturierten Kommunen nur selten ein kostendeckender Verkaufspreis zu erzielen, sagte Wengorsch. Für diesen Fall haben die Verantwortlichen in Hungen vorgesorgt: Verluste sollen durch Überschüsse in anderen Baugebieten ausgeglichen werden. Das ist nach Aussagen des Bürgermeisters möglich. Die Vermarktung der Grundstücke im Hungener Baugebiet Stümpfenweg laufe sehr gut.

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