06. Dezember 2018, 22:23 Uhr

Neue Pforte, alte Probleme

06. Dezember 2018, 22:23 Uhr
Seit zweieinhalb Monaten ist die Bessinger Pforte wieder für den Verkehr freigegeben. Und schon wieder ist ein Bus am Gebälk hängen geblieben. (Archivfoto: pad)

17 Monate war die Bessinger Pforte für Fahrzeuge gesperrt, weil das Bauwerk saniert wird. Seit Abschluss der Außenarbeiten im September dürfen sie das dörfliche Wahrzeichen in Ober-Bessingen wieder passieren. Doch kaum erneuert, kommt es an diesem schon wieder zu alten Problemen. Ein Bus ist beim Durchfahren am Gebälk hängen geblieben und hat das Fachwerk beschädigt. Über die Jahre hatte die Tordurchfahrt vor allem durch Lkw enormen Schaden genommen, die diese verbotenerweise immer wieder passiert hatten. Aber auch anderen großen Fahrzeugen bereitete die Durchfahrt oft Schwierigkeiten. Um dem vorzubeugen, hatte die Stadt Lich in Kooperation mit dem Landkreis im Sommer den stark abschüssigen Straßenabschnitt direkt hinter dem Torbau in Richtung Mühlgasse angeglichen. Alles umsonst?

Nein, sagt Bauamtsleiter Marco Römer. »Der Bus hätte gar nicht durchfahren dürfen, da der Torbogen nur für den Linienverkehr geöffnet ist.« Bei dem »Übeltäter« habe es sich aber nicht um einen solchen gehandelt. Zudem sei es ein großer Gelenkbus gewesen. »Zum Glück ist nur ein kleiner Kratzer entstanden, weil die Scheibe des Busses nachgegeben hat«, sagt Römer.

Seitens der Stadt habe man sich mit dem Busunternehmen in Verbindung gesetzt, um darauf hinzuweisen, dass die Durchfahrt verboten ist. Bekannt geworden ist die Sache, weil der Vorgang von einem Zeugen beobachtet wurde. »Der Bus selbst ist einfach weitergefahren«, so Römer.

Bescheidübergabe am Mittwoch

Besagtes Fahrzeug ist allerdings nicht das einzige gewesen, das die Pforte seit deren Wiederöffnung verbotenerweise passiert hat. »Ab und zu versucht es auch der eine oder andere Lkw«, sagt Ortsvorsteherin Karin Römer, die gleich um die Ecke wohnt. Und das wird sich vermutlich auch in Zukunft nicht ganz vermeiden lassen.

Denn mehr als über Verkehrsschilder vor dem Gebäude, an der Hosteburg (Ortseingang) und in Nonnenroth auf das Verbot hinzuweisen, bleibt der Stadt kaum übrig. Bauliche Maßnahmen zwecks Reduzierung der Durchfahrtshöhe wurden von der Denkmalpflege abgelehnt, eine Verengung hätte zur Folge, dass auch die Linienbusse den Torbogen nicht mehr passieren könnten.

Was den aktuellen Stand der Sanierung angeht, werden die ersten Aufträge Ende der Woche vergeben. Am kommenden Mittwoch steht die offizielle Übergabe des Förderbescheides in Höhe von 200 000 Euro an. Dann kann es theoretisch losgehen. Praktisch beginnen die Arbeiten im Innern laut Römer aber erst im neuen Jahr. Mit dem Abschluss des zweiten Bauabschnitts rechnet er im Mai. Optimistisch geschätzt. Bis dahin bekommt das historische Gebäude für rund 400 000 Euro ein komplett neues Inneres (Elektroinstallation, Heizung und Sanitäranlagen, Fliesen, Putz, Anstrich und Mobiliar). Während auf der einen Seite des Torhauses eine Pilgerherberge untergebracht werden soll, wird in der anderen Gebäudehälfte auf zwei Stockwerken ein DRK-Museum entstehen. Über dem Torbogen soll ein Mulifunktionsraum eingerichtet werden, den auch die Vereine nutzen können.

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