27. September 2019, 22:17 Uhr

Neue Macher bei »Golden Oldies«

27. September 2019, 22:17 Uhr
Für Konzept und künstlerische Leitung, also auch die Auswahl der Bands und Musiker, ist künftig ein neuer Partner zuständig.

Die Gemeinde Wettenberg trennt sich nach 30 Jahren von der Agentur Kulturconsult, mit der von Anbeginn an das »Golden Oldies«-Festival gestaltet wurde. Der Vertrag läuft zum Jahresende aus und wird auch nicht mehr verlängert Neue Partner werden die Wiesbadener Agentur »Palast Promotion« (Konzeption und künstlerische Leitung) sowie Sumner & Groh Gießen (sgc) für Kommunikation und Marketing. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Kommunalpolitik eingesetzte Kommission.

»Wir können einvernehmlich eine über 30 Jahre währende gute Zusammenarbeit beenden, aber auch das Konzept ein Stück weit modernisieren«, sagt Bürgermeister Thomas Brunner und verweist auf das sich ändernde Publikum und geänderte Altersstrukturen. Zunehmend wird auf jüngeres Publikum geschaut. Wörtlich: »Die Gäste der ersten Stunde sind womöglich nicht mehr die Gäste der Zukunft.«

In die Wege geleitet wurde dies, weil die Besucherzahlen beim Festival 2018 und in diesem Jahr rückläufig waren. Dem soll gegengesteuert werden. Anknüpfen möchte man an die Rekordergebnisse von 2016 und 2017.

Der bisherige Partner, die Agentur Kulturconsult, hat laut Bürgermeister Brunner das bekannte Konzept »mit moderaten Änderungen präsentiert..., ohne nachhaltig in die bisherige Ausrichtung eingreifen zu wollen«. Palast Promotion und sgc hingegen hätten aufgezeigt, wie über Themenbühnen und Aktionen sowie eine moderne Kommunikation neue Zielgruppen erschlossen werden könnten, ohne die treuen Besucher zu verschrecken. Zudem hätten die Referenzen, etwa Stadtfest Wiesbaden, überzeugt. Gespräche mit Sponsoren und Gastronomen hätten überdies bestätigt, sagt Brunner, dass eine Neuausrichtung mit einer damit verbundenen Attraktivitätssteigerung ausdrücklich gewünscht und begrüßt werde.

Geklärt wurde laut Brunner in den letzten Tagen noch die Frage der Rechte: Denn Kulturkonsult hatte sich den Namen »Golden Oldies« schützen lassen und die Domain golden-oldies.de registriert. Beide Seiten - Agentur und Gemeinde - sind sich laut Brunner aber einig geworden, dass die Gemeinde diese ab 2020 gegen eine Einmal-zahlung übernehmen könne. Der Preis für die Namensrechte wurde am Donnerstag nicht öffentlich dargelegt.

Der Bürgermeister gibt sich zuversichtlich beim Blick nach vorn: »Es sieht gut aus, dass es uns gelingt, unser bewährtes Festival mit dem neuen Partner gut weiterzuführen.« Die neuen Verträge mit dem Partner sind erst einmal auf drei Jahre angelegt, spätestens danach will man sehen, ob die neue Partnerschaft trägt.

Den am Donnerstag tagenden Gemeindevertretern wurde dies im Ergebnis so dargelegt. Es fanden dazu in der Sitzung weder Beratung noch Aussprache statt. Die Gemeindevertreter nahmen es ohne weiteren Kommentar zur Kenntnis, akzeptierten mithin das Votum der Kommission.

Der gehörten neben dem Bürgermeister vier Vertreter des Gemeindevorstands sowie je ein Vertreter aller Fraktionen in der Gemeindevertretung an. Zweimal hatte die Kommission getagt und beraten. In der zweiten Sitzung am 10. September wurden den Mitgliedern von mehreren Agenturen Konzepte präsentiert. Schon tags darauf stand die Entscheidung fest. Umgehend hatte die Gemeinde bereits die anderen Partner und Sponsoren schriftlich über die anstehenden Änderungen informiert - rund 14 Tage, bevor dies am Donnerstag offiziell den Gemeindevertretern zur Kenntnis gegeben wurde.

Die Eile bei der Entscheidungsfindung hatte Brunner bereits Mitte August angemahnt, als er die Kommission einrichten ließ. Er sprach da von einem »schmalen Zeitfenster und der Notwendigkeit, zeitnah Entscheidungen zu treffen. Denn schon in den kommenden Wochen beginnt die Auswahl der Bands, die für Juli 2020 engagiert werden; da sind Verträge in der Regel frühzeitig zu schließen.«

Die Entscheidung über einen Neustart mit einer anderen Veranstaltungagentur wurde vom Bürgermeister bewusst einer öffentlichen Beratung entzogen: Er begründete dies mit Fragen des Datenschutzes und dem Verweis auf Vertragsdetails, die zum Schutz der Vertragspartner nachvollziehbar nicht öffentlich diskutiert werden können.

(Archiv-Foto: so)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Agenturen
  • Gold
  • Kommissionen
  • Kommunalpolitik
  • Kommunikation
  • Kunst- und Kulturfestivals
  • Künstlerinnen und Künstler
  • Schlösser und Paläste
  • Thomas Brunner
  • Thomas Brunner (Wettenberg)
  • Wettenberg
  • Rüdiger Soßdorf
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 43 - 10: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.