28. März 2019, 22:06 Uhr

Neue Fenster für den Rittersaal

An Burg Gleiberg, einem der Wahrzeichen der Region, ist immer was zu tun. In diesem Jahr werden 52 historische Fenster saniert – aus energetischen Gründen, und um die handwerklich wertvollen Buntglasscheiben dauerhaft zu sichern.
28. März 2019, 22:06 Uhr
Der Rittersaal auf Burg Gleiberg wird für Kulturveranstaltungen – wie hier bei einem Konzert mit Barbara Yeo-Emde – rege und gut genutzt. Im Hintergrund sind einige der 52 wertvollen Buntglasfenster zu sehen, die in diesem Jahr zu sanieren sind. (Archivfoto)

Eine Burg zu unterhalten, das kostet ein Vermögen. Der Gleibergverein als Eigentümer der gleichnamigen mittelalterlichen Anlage kann ein Lied davon singen: Kaum ist die Schildmauer zwischen Unter- und Oberburg saniert, da stehen auch in diesem Jahr weitere Arbeiten an. Diesmal im Nassauerbau: 52 der historischen Fenster sind instand zu setzen. Der Verein kalkuliert mit Kosten in einer Größenordnung von 130 000 Euro.

Die Fenster, teils in edlem Buntglas ausgeführt, sollen vor weiteren Schäden durch die Witterung geschützt werden. Zudem sind es energetische Aspekte, die den Verein bewogen haben, hier aktiv zu werden. Teils sind Fenster und Rahmen zu restaurieren, an manchen Stellen gar zu erneuern.

Die Idee ist, im Zuge der Arbeiten die wertvollen Buntglasfenster nach innen zu verlegen, um sie so besser zu schützen. Der Gleibergverein hat sich mit Blick auf das anstehende Projekt der Expertise eines Unternehmens aus Sachsen versichert, das sich auf Arbeiten in und mit denkmalgeschützten Gebäuden spezialisiert hat. So hat das Unternehmen nicht zuletzt auf der Wartburg bei Eisenach seine Visitenkarte abgegeben.

In die Vorplanungen ist in den vergangenen Monaten der Denkmalschutz eng eingebunden gewesen. Es hat bereits mehrere Ortstermine auf Burg Gleiberg gegeben, organisiert vom Vorstand um Andreas Kraft und Architekt Uli Homberger, als »Turmbaumeister« des Vereins für bauliche Fragen zuständig.

Von den anstehenden Arbeiten berichtete Kraft am Wochenende im Rahmen einer Küchenparty im Restaurant auf der Burg: Der Gleibergverein hatte Vertreter von zahlreichen Unternehmen, Vereinen und Institutionen zum »Dankeschön-Abend« eingeladen, weil jene die Arbeit des Vereins auf vielfältige Weise unterstützen. So wie etwa der Förderkreis Wettenberger Winterkonzerte, er widmet die Neujahrskonzerte seit etlichen Jahren der Burg Gleiberg: Mehr als 46 000 Euro sind allein auf diese Weise zusammengekommen. Für den Verein und sein Wirken ist es überaus von Bedeutung, dass er für seine Arbeit Zuwendungen aus der Wirtschaft und eben durch das Ehrenamt erfährt.

 

Mehr als 6 Millionen Euro seit 1945

 

Die anstehende Fenstersanierung wird auch bei der Mitgliederversammlung des Gleibergvereins am kommenden Freitag ein Schwerpunktthema sein. Zudem werden alle 600 Mitglieder des Vereins sowie weitere Freunde der Burg angeschrieben und um Unterstützung bei der herausfordernden Aufgabe gebeten, sagt Gerhard Schmidt, zweiter Vorsitzender des Vereins.

Mehr als sechs Millionen Euro sind seit dem Zweiten Weltkrieg bereits investiert worden: 2,5 Millionen DM kostete einst die Sanierung der Oberburg (1983–1995), die Dächer der Unterburg wurden 2000/2001 für 900 000 DM erneuert. In den vergangenen Jahren wurde zudem die Gastronomie generalüberholt, der alte nördliche Burgzugang hergestellt, der Hof gepflastert, der Albertusgarten wiederbelebt sowie Bergfried und Schildmauer saniert.

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