08. Februar 2019, 19:11 Uhr

Naturschutzbund besucht Bauernhof Schmalz

08. Februar 2019, 19:11 Uhr

Rund 30 Mitglieder und Gäste des Naturschutzbundes Horlofftal besuchten jetzt den Bauernhof der Familie Schmalz in Hungen. Die Teilnehmer erfuhren vom Betriebsleiter-Ehepaar Ingo und Jasmin Schmalz unter anderem, dass der 1960/61 als Aussiedlerhof aus der Hungener Altstadt verlagerte Betrieb mit damals knapp 16 Hektar durch eine Komplett-Betriebsübernahme vor einigen Jahren mittlerweile mehr als 280 Hektar bewirtschaftet, und zwar überwiegend Pachtland. Die Milchviehhaltung wurde 2004 aus arbeitswirtschaftlichen und Rentabilitätsgründen aufgegeben. Schwerpunkt ist seitdem der Ackerbau mit den Anbaufrüchten Winterweizen, Wintergerste, Winterraps und Sorghum (Hirse, ein Süßgras).

Der Betrieb plant in Kürze den Neubau eines Schweinemaststalls mit 400 Mastplätzen nach standardisierten und anerkannten »Tierwohl«-Kriterien. Die Belegung soll mit etwa 300 Tieren auf Stroheinstreu mehr Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten in dem als Kaltstall geplanten Gebäude ermöglichen. Mittlerweile habe man die Stärken der »Deutschen Landrasse« wieder mehr im Fokus und kreuze diese mit der kernigen Duroc-Rasse für eine optimale Fleischqualität.

Außerdem beäugte die Besuchergruppe eines der drei Hühnermobile – ein viertes ist in Planung. Dort können die nachts im fahrbaren Stall vor Fuchs und Marder geschützten Hühner ihre Eier in Dinkelspreu ablegen.

Interessiert waren die Besucher auch an den wirtschaftlichen Zwängen und dem Subventionskorsett der EU. Ingo Schmalz sagte laut NABU-Pressemitteilung, Nahrungsmittel sollten von den Verbrauchern grundsätzlich mehr wertgeschätzt werden und damit einen reellen Preis am Markt erzielen. Dann bräuchten die als Unternehmer arbeitenden Landwirte auch keine staatlichen Subventionen mehr. Doch solange Lebensmittel in einer »Geiz-ist-geil-Mentalität« in Discountern verschleudert und mehr als ein Drittel der erzeugten hochwertigen Produkte nachher im Müll landeten, werde dies eine Illusion bleiben, glaubt der 43-jährige Betriebsleiter.

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