01. März 2019, 22:26 Uhr

Närrischer Unterricht

01. März 2019, 22:26 Uhr
Das Duo Anke & Anke.

Schule ist Sch… und Lehrer sind doof – der Geist einer Null-Bock-Generation aus der Zeit der 60er Jahre beherrschte die Altweibersitzung der Krofdorf-Gleiberger Fastenachtsfreunde. Dabei war das alles andere als »Null-Bock«, was da geboten wurde – im Gegenteil: Bei diesem »Unterrichtsprogramm« blieb kein Auge trocken, 500 »Schülerinnen« hatten ihre wahre Freude daran. Klar: Mathe, Deutsch und Religion suchte man vergebens auf dem Stundenplan.

Dafür war Showtanz, Gesang und Akrobatik angesagt und die beiden Ankes (Schleenbecker-Baumann und Kauer), lispelten und stotterten sich durch das viereinhalbstündige Programm; mimten einen auf »Kleinkind«, mit Zöpfen, Zahnlücken und kurzen, schwarz-rot-karierten Faltenröckchen. »Host Du aach es 4. Schuljohr 5-mol mache misse?« Nicht nur ihre Konterfeis aus dem Kleinkindalter zierten auf großen Postern eine Galerie an der Bühnenwand der Mehrzweckhalle. Wer hätte gedacht, dass aus solchen süßen Mädels einmal solche Faschingskracher werden würden? »Kinder an die Macht«, lautete das Motto.

Schon zu Beginn sorgte Peter Heinzmann als »Chamäleon« mit einem Superauftritt für Stimmung, gab den Lindenberg ebenso wie Udo Jürgens und Andreas Gabalier, Auch Mercury und Jackson parodierte er exzellent mit ihren bekanntesten Songs. Auch die Elferräte zeigten sich alles andere als plump und unbeweglich: Anspruchsvolle Tänze und tolle Choreografie ließen unschwer erahnen, dass hinter diesen Auftritten der Männer aus Rodheim, Launsbach, Albshausen und Garbenheim wie auch den Gastgebern selber eine Menge Arbeit, Zeit und Schweiß gesteckt haben muss, bis sie »Auftrittsreife« hatten. Die »Aandörfer Domspatzen« gehören wie viele andere längst zum Inventar beim Altweiberfasching der KFF: »Hey Kölle du ming Stadt am Rhing« präsentierten sie bei ihrem Einzug und schafften es während ihres Auftritts, die wohl längste Polonaise im Landkreis Gießen auf die Beine zu stellen – 500 Närrinnen zogen durch die Narrhalla, raus ins Foyer, rauf auf die Bühne und wieder runter. 17 Programmpunkte, ein Faschings- und Stimmungshit jagte den anderen, der Saal kochte und niemanden hielt es mehr auf seinem Platz. Gerald Payer und sein Team sorgten mit hoch aufwendiger Ton- und Lichttechnik dafür, dass selbst die im hinteren Saalende das Gefühl hatten, vor der Bühne zu stehen.

Das Ende des Programms – wenn auch schon nach Mitternacht – war noch längst nicht das Ende der Veranstaltung: Wehe, wenn sie losgelassen und die ersten braven Bürger, die »beim Seidl ihre Melchweck« holten, sahen um 7 Uhr die letzten die Mehrzweckhalle verlassen.

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