10. Februar 2017, 20:08 Uhr

Närrische Solidarität wichtig

10. Februar 2017, 20:08 Uhr
Seit Wochen sind die KFF-Aushängeschilder »Gruppe ohne Weibsleut« (oben) und Männerballett (unten) im Training. Jetzt gilt’s: Zum Sieg beim »Fastnachtsduell« des HR-Fernsehens am Mittwoch brauchen sie die Unterstützung des Publikums – per Telefon oder SMS.

Am Mittwoch gilt’s für die Krofdorf-Gleiberger Karnevalisten: Das Männerballett und die »Gruppe ohne Weibsleut« treten beim »Fastnachtsduell« des Hessischen Rundfunks in der »Hölle von Rödermark« an. Die Veranstaltung wird direkt im Hessen-Fernsehen übertragen. Über Sieg oder Niederlage entscheidet indes nicht die Stimmung im Saal: Das Publikum vor den Bildschirmen muss per Telefonanruf oder SMS abstimmen, ob’s gefallen hat. So gesehen setzen die Hupfdohlen sowie die Musiker und Sänger vor allem auf die Solidarität der närrischen Gilde im Gießener Land.

Eigentlich unterscheidet sich die aktuelle Kampagne des Vereins der Krofdorf-Gleiberger Fastnachtsfreunde (KFF) kaum vom Geschehen der Vorjahre: Die Stimmung unter den Akteuren ist seit dem 11. November gewohnt gut. Mit dem Kartenvorverkauf stellte sich indes die Erkenntnis einer anziehenden Nachfrage ein. Die Fremdensitzung am 18. Februar war flott ausverkauft, die Familiensitzung am vergangenen Sonntag besucht wie lang nicht mehr. Für die Prunksitzung am heutigen Samstag gibt’s noch ein paar Restkarten. Ebenso für die Weibersitzung am übernächsten Donnerstag.

Uneigentlich ist es aber viel mehr als »business as usual«, weil der Verein über Wochen mit einem Geheimnis schwanger ging, das erst zu Jahresbeginn mit einem Bericht im Kreisteil dieser Zeitung gelüftet wurde. Zwei KFF-Aushängeschilder starten am Mittwoch, 15. Februar, beim »Fastnachtsduell«, einem neuen karnevalistischen TV-Sendeformat des Hessischen Rundfunks. Eine Herausforderung. Aber das Männerballett von Kati Leib und Nina Bender und die Musik- und Gesangsformation »Gruppe ohne Weibsleut« um Birger Schnepp sind nicht allein. Zwei Busladungen voll KFF-Unterstützer wollen den Weg nach Rödermark in Südhessen antreten.

Die tanzenden Männer haben viel von ihrem resoluten Coach Markus Schöffl gelernt. Der Tanzlehrer und ehemaligen Turniertänzer aus Limburg, unter anderem Trendsetter für den Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband, war mehrfach bei ihnen, um im Training an der 2017er »Choreo« zu feilen. Das machte Energien frei: »Noch am Mittwoch haben wir erneut eine Sonderschicht eingelegt, ein bisschen was umgestellt, um einfach noch besser zu werden«, sagte Kati Leib auf Nachfrage. Sie weiß, dass es nicht leicht wird. Die Konkurrenz hat viel Wettbewerbserfahrung und schon etliche Titel eingefahren. Die Wettenberger treffen auf die »Wingertsknorzen« vom Carnevalsclub »Die Nachteulen« aus Hochheim am Main.

Auch in China wird abgestimmt …

Froh ist Leib, dass so gut wie alle Mann an Bord und dazu guter Dinge sind: Alexander Hassel, Aron Weise, Christian Philipp, Christoph Leibold-Meid, Hendric Nickel, Henrik Jessen, Lauritz Homberger, Manuel Büsse, Max Schulte, Moritz Leib, Niklas Paul, Patrick Schleher, Sascha Speier, Till Quurck, Timo Waldschmidt, Tobias Schäfer, Vadim Frick und Valentin Quurck wollen nichts anderes als – gewinnen! Nur Patrick Leibold-Meid muss passen: Er hat beruflich in China zu tun, will aber schauen, dass er die Sendung per »Livestream« sehen und dann zudem aus dem Reich der Mitte an der Abstimmung kann. Vielleicht kann er ja seine Gastgeber und deren Landsleute um Unterstützung bitten: Im Idealfall mehr als 1,3 Milliarden »Votings« fürs Männer-Tanz-Projekt der KFF kämen gut …

Kienast und Kölker moderieren

Birger Schnepps »Gruppe ohne Weibsleute« steht nicht minder voll im Saft: Die ersten Auftritte sind absolviert, die von Entertainer Andy Ost als Coach unterstützte Truppe hat ihre Form gefunden fürs »Duell« in Rödermark. »E bissi Bammel« haben die Sänger und Instrumentalisten Hans-Georg Gerlach, Gero Hofmann, Enno Thoms, Peter Halm, Rüdiger Schwarz und Birger Schnepp aber schon: Ihr Gegenüber ist der Berufsschullehrer Thomas Eberle aus Usingen, und der ist in seiner Freizeit seit einigen Jahren als Alleinunterhalter namens »Taunus Thomas« unterwegs. In Rödermark will er, so kündigt er im Internet an, die »Paadie des Jahres« schmeißen. Was haben die Wettenberger gegenzusetzen? Zu ihrer karnevalistischen DNA gehören ein lupenreiner, bis zu sechsstimmig arrangierter Gesang, ein fettes Gebläse, ein »Kölsche Jung« an der Klampfe, kurzweilige Texte auf Ohrwürmer, gerade aus der Abteilung Alpen-Rock, und eine burschikos selbstbewusste Ausstrahlung.

In der »närrischen Hölle in Rödermark« treten Duellanten aus etlichen hessischen Regionen in fünf Kategorien gegeneinander an: Büttenrede Männer, Büttenrede Frauen, Büttenrede Nachwuchs, Männerballett, Musik. Nach jedem Zweikampf, so heißt es in einer HR-Pressemitteilung, haben die TV-Zuschauer das Sagen: Wer hat den besseren Beitrag geliefert? Wer brachte das Publikum im Saal zum Toben? Bei wem blieb kein Auge trocken? Präsentiert wird die auf fast drei Stunden Dauer angelegte Fastnachtsshow von Simone Kienast und Jens Kölker.

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