Kreis Gießen

Nachwuchs händeringend gesucht

Fleischer und Bäcker suchen händeringend nach Lehrlingen. Es ist keine neue Erkenntnis, dass es in diesem Teil der handwerklichen Berufe einen spürbaren Rückgang an Auszubildenden gibt. Die Problematik wurde bei der seit vielen Jahren gemeinsam stattfindenden Freisprechungsfeier sichtbar. Denn die Zahl der neuen Gesellen hielt sich im Prüfungsjahrgang 2018 sehr in Grenzen, ist fast schon »dramatisch übersichtlich« im heimischen Fleischerhandwerk.
27. September 2018, 22:11 Uhr
Franz Ewert
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Fleischer und Bäcker suchen händeringend nach Lehrlingen. Es ist keine neue Erkenntnis, dass es in diesem Teil der handwerklichen Berufe einen spürbaren Rückgang an Auszubildenden gibt. Die Problematik wurde bei der seit vielen Jahren gemeinsam stattfindenden Freisprechungsfeier sichtbar. Denn die Zahl der neuen Gesellen hielt sich im Prüfungsjahrgang 2018 sehr in Grenzen, ist fast schon »dramatisch übersichtlich« im heimischen Fleischerhandwerk.

Schritt zum Meister wagen

Die beiden Gießener Innungen des Lebensmittelhandwerks und die Kreishandwerkerschaft wissen um die Situation und sinnen auf Abhilfe. Vorschläge, wie dem Lehrlingsmangel erfolgreich entgegengewirkt werden könnte, werden gerne entgegengenommen.

Walter Kwartnik, Obermeister der Bäckerinnung, Carlos Zach-Zach, Obermeister der Fleischerinnung, und Uwe Bock, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Gießen, wandten sich mit motivierenden Worten an den Berufsnachwuchs des Bäcker- und des Fleischerhandwerks sowie an die zahlreich anwesenden Eltern, Ausbilder und Berufschullehrer. Kwartnik sagte, »bleiben Sie auf Kurs«. Mit den jetzt erworbenen Kenntnissen als Grundlage seien die Absolventen in der Lage, angestrebte Lebensziele auch zu erreichen.

Zach-Zach ergänzte, er würde sich freuen, »wenn der eine oder andere nach dieser bestandenen Gesellenprüfung den nächsten Schritt wagt. Dies kann zum einen der Meister oder Verkaufsleiter sein, zum anderen kann es im Anschluss ein Studium im Bereich der Lebensmitteltechnologie sein. Unser Bildungssystem sieht all dies vor. Nutzen Sie es.« Bock sagte, »trauen Sie sich etwas zu, setzen Sie Ihre Begabungen ein. Das gilt künftig verstärkt für den Bereich Digitalisierung, die auch vor dem Handwerk nicht halt macht.«

Im Bereich der Fleischer wurden drei junge Männer nach bestandener Prüfung in den Gesellenstand freigesprochen: Dennis-Nicolai Brück (Reiskirchen, Ausbildungsbetrieb Martin Petri, Grünberg), Stefan Schweitzer (Feldatal, AB Fleischwerk Hessengut, Melsungen) und – als Innungsbester – Michel Mandler (Kinzenbach, AB Mandler, Kinzenbach).

Hinzu kommen drei Fleischerei-Fachverkäuferinnen: Daniela Happel (Pohlheim, AB Rainer Weiß/Metzgerei Robert Müller, Pohlheim), Jacqueline Wagenbach (Staufenberg, AB Kristina Schnaut, Lollar) und – als Innungsbeste – Sarah Jasmin Junghans (Gemünden, AB Wilhelm Becker, Romrod).

Drei junge Männer und zwei junge Frauen haben bei den Bäckern die Gesellenprüfung bestanden: Agron Ferati (Gießen, AB Bernd Braun, Gießen), Jerome Andreas Kunkel (Heuchelheim, AB Volkmann, Heuchelheim), Steffen Reitz (Gießen, AB Bernd Braun, Gießen), Isabell Patolla (Buseck, AB Langgärtners Backhaus, Pohlheim) und – als Innungsbeste – Jana Möschl (Gießen, AB Georg Lambertz, Gießen).

Zehn junge Frauen sind nun Bäckerei-Fachverkäuferinnen mit Gesellenbrief: Mona Butt (Fernwald, AB Schäfers Backstuben, Biedenkopf), Fikriye Chasan Pomak (Wetzlar, AB Künkel, Langgöns), Marianne Ovat (Pohlheim) und Selina-Angie Kauer (Lollar, beide AB Schwälmer Brotladen, Gilserberg), Andrea Koch (Grünberg, AB Werner Lukasch, Grünberg), Nadine Hofmann (Staufenberg) und Tatjana Jakob (Wettenberg, beide AB Müller, Burgwald) sowie Darleen Backhaus (Gießen), Paulina Gruz (Heuchelheim) und – als Innungsbeste – Vanessa Kühn (Gießen, alle AB Bernd Braun, Gießen).

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Nachwuchs-haenderingend-gesucht;art457,492491

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