25. September 2017, 19:55 Uhr

Nach der Wahl ist vor der Wahl

25. September 2017, 19:55 Uhr
In knapp drei Wochen, bei der Stichwahl am 15. Oktober, werden die Biebertaler Wähler Gewissheit haben. Die Spannung steigt. (Fotos: so)

Biebertal (so). Patricia Ortmann hat den ersten Urnengang zur Neuwahl des Biebertaler Bürgermeisters mit Klarheit für sich entschieden. Knapp 42 Prozent aus dem Stand – das nötigt auch dem Mitbewerber Respekt ab. »Das ist überraschend«, kommentierte SPD-Fraktionsvorsitzender Karl-Ernst Schaub den deutlichen Vorsprung vor »seinem« Kandidaten Michael Borke, der bei der Einschätzung des Ergebnisses fast die gleichen Worte fand.

»Frau Ortmann hat überraschend hoch gewonnen. Über 40 Prozent: Das ist hoch«, sagte der Sozialdemokrat am Wahlabend, als er sich mit einem letztlich knapp gehaltenen Vorsprung von weniger als 50 Wählerstimmen vor Amtsinhaber Thomas Bender den Einzug in die Stichwahl sicherte. »Da werden die Karten neu gemischt. Wir sehen uns in drei Wochen«, strahlt der SPD-Mann Zuversicht aus.

Blickt man auf die Einzelergebnisse in den Dörfern, so springt unbedingt Königsberg ins Auge, wo Ortmann mit 58,5 Prozent ihr bestes Ergebnis holte und Thomas Bender mit 9,2 Prozent sein schlechtestes. Klare Sache, wie schon bei der Kommunalwahl: Dort ist Windkraft das absolut dominierende Thema. Bender hatte sein besten Ergebnis in seinem Wohnort Vetzberg mit knapp 35 Prozent Zustimmung. Rodheim-Bieber und Fellingshausen, wo er ehedem gute Werte einfuhr, lagen da eher im Schnitt. Michael Borke setzte im »roten Vetzberg« ebenfalls seine persönliche Bestmarke mit 32,4 Prozent. CDU-Kandidat Thorsten Cramer konnte derweil nur in zwei Orten zweistellig punkten: In Frankenbach mit 11 und in Fellingshausen mit 12,8 Prozent. Er hatte in den vergangen Wochen beim Werben für seine Kandidatur immer auf seine weit verzweigten Wurzeln in den Biebertal-Dörfern verwiesen, doch das hat nicht zu mehr als einem Achtungserfolg getragen. Während Bürgermeister Bender jetzt erst einmal ein paar Tage Urlaub nimmt (»Zwölf Jahre lang kam erst die Gemeinde, dann die Familie und dann ich. Das wird sich nun ändern«), will die SPD in einer Mitgliederversammlung in dieser Woche das Abschneiden ihres Kandidaten bewerten und beraten, wie der weitere Weg bis zur Stichwahl am 15. Oktober aussieht.

CDU-Vorsitzender Wolfgang Augst sprach am Montag von einem »niederschmetternden Ergebnis«: »Unser Kandidat hat die falschen Akzente gesetzt und starke Mitbewerber gehabt. Dann hat man wenig Chancen...« In den kommenden Tagen wolle man das Ergebnis beraten – auch hinsichtlich der Frage, ob man eine Wahlempfehlung für Patricia Ortmann ausspreche, die von den FW gestützt wird. FW und CDU sind in Biebertal in einer Koalition.

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