24. Januar 2017, 05:00 Uhr

Neujahrskonzert

Musikalische Vielfalt in Pohlheim

Dass die Volkshalle mal wieder restlos ausverkauft war, verwunderte am Ende des zweistündigen Neujahrskonzertes keinen der etwa 500 Besucher.
24. Januar 2017, 05:00 Uhr
»We are the World« – Mit einem beeindruckenden Finale krönen die Musiker und Sänger einen unvergesslichen Konzertabend. (Fotos: gdp)

Denn was die 40 Musiker mit ihrem Leiter Alexander Fischer, Moderator Carsten Schäfer, den Solisten und dem Musicalchor der Butzbacher Weidigschule an Musik, Klangzauber, Texten, synchroner Diaschau und Bühnenpräsenz darboten, verzückte die Besucher im Hans-Weiß-Saal. Mit dem Konzertmarsch »Jubelklänge« eröffnete das Blasorchester der TSG Steinbach den Abend, zu dem die Heimatvereinigung Schiffenberg eingeladen hatte.

Bestechende Synchronität

Die Bühnendekoration mit vier beleuchteten Weltkugeln und die Bilder auf der großen Leinwand verstärkten durchgängig das Konzertmotto »Unser blauer Planet«, in das die 16 Märsche, Walzer, Balladen, Musicalstücke und Konzertwerke, immer wieder fein anmoderiert von Carsten Schäfer, verzahnt eingebunden waren.

Bereits beim zweiten Konzertwerk »Der blaue Planet« (K. Gäble), bewiesen die 40 Musiker, welch wunderbare differenzierte Musikvielfalt sie mit ihren Instrumenten im orchestralen Einklang und in differenzierten Soloparts imstande sind, zu erzeugen. Mit geschlossenen Augen konnten die Konzertbesucher dabei die musikalisch übermittelten Geschichten der Kompositionen nachempfinden und in sich aufnehmen. Bei geöffnetem Auge verstärkte die synchron mitlaufende Diaschau die Eindrücke und Emotionen zusätzlich.

»Alla Hornpipe« aus der Wassermusik von G. F. Händel vermittelte das majestätische Gefühl, als wäre man auf einem Luxusdampfer im 18. Jahrhundert dabei, der auf der Themse durch London fährt. Beim Solowerk »Keltische Flöten« mit den beiden Querflöten Solistinnen Dorit Fischer und Nina Schäfer, war erneut die fein abgestimmte Synchronität zwischen Orchester und Soloparts erlebbar. Mit welch professioneller Technik dabei die Solistinnen im lupenreinen Duett immer wieder erklangen, erstaunte und begeisterte gleichermaßen. Die am Ende dieses Stücks von zwei Kindern überreichten Blumen an Fischer und Schäfer umrahmte das Publikum mit Riesenapplaus und Bravorufen.

Beim Walzer »Frühlingsstimmen« (Joh. Strauß Vater) fühlte man sich in das Wiener Neujahrskonzert versetzt. Im angenehmen Dreivierteltakt dirigierte Fischer sein Orchester und in den Saalreihen wippten und summten die ersten Fans mit.

Triangelspiel mit bunten Flaschen

Mit dem Rocksong »Ride like the Wind« (Arr. Alexander Fischer) hatte der Musicalchor der Weidigschule Butzbach mit Solist Friso Jodehl zusammen mit dem Orchester seinen ersten Auftritt. Dass hierbei 50 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe das Orchester als Backgroundchor verstärkten und auch den Solisten stellten, begeisterte und erstaunte zugleich. Bei der Ballade »Over the Rainbow« (Arr. W. Baker) brillierte die Gesangssolistin Bianca Poloschek in weißem Abendkleid.

Vor der Konzertpause wurde es dann noch einmal heiter auf der Bühne, denn bei dem Klassiker »An der schönen blauen Donau« (Joh. Strauß Sohn), hatten Ortsvorsteher Wilken Gräf und Heimatvereinigungs-Vorsitzender Prof. Georg Ehrhardt ihren musikalischen Bühnenauftritt. Mussten sie doch bei diesem Walzer den bekannten Triangelklang auf bunt markierten Flaschen nach den Einsätzen des Dirigenten anschlagen, die an einem Gestell mit Fäden befestigt waren.

Der zweite Teil startete, dem Konzertmotto angepasst, mit dem Konzertmarsch »Kometenflug« (A. Pfluger). Nach dem Soloauftritt von Julie Hübner mit »Colors of the Wind« aus dem Musical Pocahontas jubelten nicht nur ihre Mitschüler, sondern alle Zuhörer.

Beim dreisätzigen Konzertwerk »Klang der Alpen« (K. Gäble), verstärkte die zeitgleich laufende Diaschau mit Alpenbildern die musikalischen Stimmungen von Almhornklang, Glockengeläut und flotter Tanzbodenmusik. Dass dabei das Orchester mit einem Sonnenuntergang in den Alpen in der Bilderschau auf den Punkt endete, war den Technikern Thomas Schäfer und Jeldrik Glaßl zu verdanken.

Welthits zum Schluss

Die Synchronität von Bildern und Musik gipfelte in der Polka »Lahnidyll an Amends Mühle«, eine Komposition des Orchestermitglieds Ortwin Balser. »Böhmischer Sound« begleitete die Zuschauer/Zuhörer bei einer Reise auf der Lahn von Gießen bis Nassau.

Mit Welthits und internationalem Sound ging es dem Finale zu. »African Symphony« und »What a wonderful World«, bei dem Orchestermitglied Thomas Novak als Gesangssolist an Louis Armstrong erinnerte, sowie der Welthit »We are the World« mit Blasorchester, dem Chor der Weidigschule und deren Solisten sorgten für ein grandioses, mitreißendes Finale.

Als Dank an den Veranstalter und ein begeistertes Publikum mit deren stehenden Ovationen stimmten Orchester, Chor und Carsten Schäfer mit den Konzertbesucher den britischen Silvesterklassiker »Auld Lang Syne« an. Mit dem »Radetzky Marsch« endete schließlich ein grandioser Neujahrsauftakt.

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