03. Januar 2017, 19:06 Uhr

Mitten im Todesrad

Bad Nauheim (pm). Männer ohne Nerven – das sind José Alejandro Vanegas (33) und sein Neffe Michael Ricardo Vanegas (22) aus Kolumbien. Die beiden Vollblutartisten der dritten beziehungsweise vierten Generation treten in einer artistischen Disziplin an, die wohl zu den waghalsigsten überhaupt zählt: Sie drehen sich auf dem Todesrad. Erstmals wird diese Sensation auch im Jugendstiltheater des Hotel- und Conference Centre in Bad Nauheim beim 15. Internationalen Neujahrs-Varieté der Ovag vom 9. Januar bis 1. Februar präsentiert.
03. Januar 2017, 19:06 Uhr
Waghalsige Kunst: José Alejandro und Michael Ricardo Vanegas trotzen im 500 Kilogramm schweren Gerät der Fliehkraft – Adrenalin pur. (Foto: pm)
Eine spezielle Bühnenkonstruktion ermöglicht es, das acht Meter hohe Requisit, das üblicherweise nur im Zirkus aufgebaut wird, auf der Bühne dieses Theaters zu installieren – für einen atemberaubenden Auftritt. Chef-Techniker Klaus Nass von der Firma Flashlight aus Marburg: »Da wir auf der Vorderbühne, wo sich das Rad drehen soll, in der Decke keine Aufhängungen anbringen können, mussten wir eine Vorrichtung austüfteln, mit der wir das 500 Kilogramm schwere Requisit aufstellen und hernach wieder ablassen können. Das war eine besondere Herausforderung. Für uns ist es eine absolute Besonderheit, an der wir schon lange dran sind.«

Seit vielen Jahren beherrscht das Duo Vanegas die waghalsige Kunst, im Todesrad seine Runden zu drehen. Nicht nur das – die beiden klettern während der Umdrehungen auch außerhalb des »Hamsterrades«, um Seil zu springen und kleine Sprünge auszuführen trotz der Fliehkräfte – Adrenalin pur.

»Man riskiert sein Leben, um besser zu werden. Und um einer der Besten zu sein«, beschreibt Alejandro Vanegas sein Streben nüchtern. Er war schon als Kind in der Manege, ist mit dem Hochseil groß geworden, entdeckte dann das Todesrad als neue Herausforderung. »Ich habe sehr viel Respekt vor meinem Gerät, aber niemals Angst.« Langjährige Praxis in der Höhe und tägliches Training machen den Profi aus. Er braucht stets einhundert Prozent Kontrolle über das Rad, das keine Fehler verzeiht.

500 Kilo wiegt das Gerät aus Edelstahl, das an ein Hamsterrad erinnert. Mit einer Geschwindigkeit von rund dreißig Stundenkilometern rotieren die beiden »Kabinen« um eine starre Achse. »Wir haben nur eine Chance, da müssen die Tricks klappen.« Da muss nicht nur der Körper mitspielen, sondern auch die Psyche. Mehr Adrenalin als in diesen acht Minuten geht nicht. Eintrittskarten für einzelne Termine gibt es noch unter anderem direkt bei der Ovag in Friedberg, in der Geschäftsstelle der Gießener Allgemeinen Zeitung in der Marburger Straße, telefonisch unter 0 60 31/68 48 11 13 sowie im Internet unter www.giessen-tickets.de.


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