20. Mai 2019, 22:12 Uhr

Mitgliedsbeitrag einst 50 Pfennig

20. Mai 2019, 22:12 Uhr
Erheblichen Mitgliederzuwachs brachte die Gründung einer Damengymnastikgruppe 1974.

Ende der 1940er Jahre hatte Hattenrod eine bunte Vereinswelt - lediglich ein Sportverein fehlte noch. Hattenrod zählte zu dieser Zeit über 800 Einwohner, ein Drittel davon waren durch die Kriegsereignisse Heimatvertriebene. Gerade diese jungen Menschen wollten einen Sportverein gründen.

Obwohl schon vor 1933 ein Kegelklub und Radfahrverein bestand, war der SV 1949 Hattenrod der erste mit breitem Sportangebot. 17 Interessenten fanden sich am 15. Juni 1949 in der Gastwirtschaft »Zur Annemarie« ein, um den SV zu gründen. Zu den Gründern gehörten Rudolf Diesner, Heinrich Scheld, Lehrer Otto Diehl, Ernst Braun, Heinz Braches, Heinrich Mengel, Erich Neumann, Karl Kornmann, Hans Tretin, Josef Scharnagel, Richard Hollik, Karl Hirt, Paul Polzin, Karl Sieg, Josef Heubüschl, Heinrich Waigandt und Lehrer Friedrich Horst Lehrmund.

Rudolf Diesner wurde zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Schnell wuchs die Mitgliederzahl des Vereins an und zählte noch im Gründungsjahr 42 Mitglieder. Wahrlich ein toller Start! Als Beitrag wurde je Monat 50 Pfennig festgesetzt. Eine erste Fußballmannschaft spielte in B-Klasse, eine zweite sowie eine Jugendmannschaft absolvierte zunächst nur Freundschaftsspiele. Ebenso nahm eine Damenhandballmannschaft an der Verbandsrunde teil. Die Tischtennisabteilung begann ihr Training in einem Schulsaal.

Nun suchte der Verein ein Sportgelände. Die Gemeindevertretung wies ihm ein Stück Land an der Jossoler zu. Das Gelände war für die Landwirtschaft ungeeignet - allerdings für einen Sportplatz eigentlich auch. Aus einem sumpfigen Brachland mit Bäumen und Büschen, mit viel Eigenarbeit in jeder freien Minute, entstand in kurzer Zeit dennoch ein Sportplatz, der allerdings noch viele Wünsche offen ließ.

Wenige Jahre nach der Gründung war der Verein der mitgliederstärkste im Dorf. Doch als die Heimatvertriebenen ihre Wohnorte näher zu ihren Arbeitsplätzen verlegten, gingen die Zahlen zurück. Der Fußballbetrieb wurde eingestellt, sich auf Tischtennis und Leichtathletik konzentriert. Heinrich Scheld wurde in dieser schweren Zeit Vorsitzender und führte den Verein über 30 Jahre. Die Damengymnastik wurde gegründet.

1974 bekam der Ort endlich einen ordentlichen Fußballplatz. Auch das Dorfgemeinschaftshaus wurde gebaut. Der Sportverein veranstaltete nun ab 1977 jährlich in der Faschingszeit eine Fremdensitzung.

Dank Dennis Adams, Dirk Münster und weiterer Mitglieder wird seit vielen Jahren in Hattenrod erstmals wieder Fußball gespielt. Die sehr erfolgreiche Schülermannschaft gibt Anlass zu berechtigten Hoffnungen, dass der Fußball auf Hattenrods Sportplatz dauerhaft Einkehr hält. Stolz tragen die Jüngsten das Trikot in den Farben »Schwarz - Gelb«, die seit der Gründung die Vereinsfarben sind.

Auch das Team »Bänkchen«, welches im Ort einiges bewegt hat, entsprang dem SV Hattenrod. Ein anderes Projekt, das der Verein noch in diesem Jahr angehen wird, ist die Anlage eines Bouleplatzes in der Herrnstraße in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Schule bzw. der Löschwasserzisterne. Der Sportverein 1949 Hattenrod hat in seinem Jubiläumsjahr 266 Mitglieder. (Repro: la)

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