22. Dezember 2016, 19:46 Uhr

Mit »himmlischen Geschichten« unterhalten

Biebertal (ws). Der Heimatverein Rodheim-Bieber präsentierte unter dem Motto »Himmlische Geschichten« die »Lange Nacht« im Rodheimer Bürgerhaus. Zum abwechslungsreichen Programm gehörten Gesang des Duos Mona & Bianca, das Gitarrenduo Michael & Chris, Mundartinterpret Karl-Heinz Theiß, Moritatensängerin Angelika Steiger, Theaterszenen und Publikumsbeiträge. Der Vorsitzende des Heimatvereins Rodheim-Bieber, Helmut Failing, begrüßte dazu 150 Besucher.
22. Dezember 2016, 19:46 Uhr
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Von Klaus Waldschmidt
Moritatensängerin Angelika Steiger (m.) mit Helmut Scharnagel an der Drehorgel und Gottfried Blöcher.

Die Jugend traf sich im Winter wöchentlich in den Wohnungen zu den Spinnstunden, die Mädchen sponnen meist an ihrer Aussteuer. Am Abend zur »längsten Nacht«, am 21. Dezember, trafen sich die Spinnstubengesellschaften ausnahmsweise in einer Gastwirtschaft. Bei Musik und Gesang feierten sie bis in den nächsten Tag hinein. Gesponnen wurde an diesem Tag nicht.
Gekonnt und humorvoll führte Ingo Pfaff (Bieber) durch das gut dreistündige Programm. Das erste Kurz-Theaterstück unter dem Titel »Wiedergänger im Dorf« brachten Thorsten Cramer, Marie Reinhardt, Regina Reeh und Fabio Lerch auf die Bühne. Im Stück ging es um den Glauben an »Wiedergänger«, die die Seele von Toten keine Ruhe finden lassen und deren heil- oder unheilsamen Einfluss, den sie aus dem Grab auf die Lebenden ausüben könnten.
Den ersten musikalischen Höhepunkt des Abends präsentierte das Gesangsduo Mona & Bianca (Buseck) im passendem Outfit mit Schlagern aus den 1950er und 1960er Jahren wie »Ich will nen Cowboy als Mann«, »Schuld war nur der Bossanova« und »Er hat ein knallrotes Gummiboot«. Das Gitarrenduo Michael Bierschenk und Chris Frey erfreute mit filigraner Gitarrenmusik und Liedern wie »Knockin’ on Heaven’s Door« von Bob Dylan und »Hymn« von Barcley James Harvest. Auch dafür gab’s viel Applaus.
Sie wurde von Helmut Scharnnagel an der Drehorgel und Gottfried Böcher (Gesang) begleitet.
Sie erzählten vom damals geplante Bau des Kongresszentrums auf Hof Schmitte und von der »Skipiste in der Nußhecke«, die ein Bauer mit Pull versah und dem Treiben so ein Ende setzte. Auch dass der Zar mal durch Rodheim fuhr, durfte nicht fehlen.

Spitze Feder von Helmut Failing

Die Theaterszene »Stammtisch im Himmel« setzten in Nachthemden gekleidet die Stammtischbrüder von 1915 der Gastwirtschaft Germania in Bieber, verkörpert durch Ulrich Brück, Lothar Stamm, Helmut Failing und Brigitte Heer-Dudenhöfer in Szene. Sie ließen die vom Himmel aus »beobachteten« Ereignisse in Biebertal Revue passieren. Dazu gehörten das Thema Windräder, die Finanzsituation der Kommune, die Vereine, die kein Vorstandspersonal finden oder vor der Auflösung stehen, das Bieberlies-Erinnerungsareal bei Hof Schmitte und die europaweite Suche nach einem Erzwagen sowie die lange Planungszeit für den Edeka-Markt am Burgblick. Die Willkommenskultur in Biebertal für die Flüchtlinge sei gut, und das Internet böte fast zu viele Möglichkeiten, hieß es beim Stammtisch – und die Stammtischbrüder prosteten sich zu. Publikumsbeiträge durften nicht fehlen. Die Texte der Theaterszenen mit kreativ-historischem Bezug stammten wiederum aus der spitzen Feder von Helmut Failing.
Biebertaler Kindertagesstätten hatten Weihnachtsbäume geschmückt. Diesmal gab es keinen deftigem Eierpfannkuchen, sondern Würstchen mit Brötchen, da die Bürgerhausküche von der Pizzeria wegen eines Wasserschadens in der Pizzeria genutzt werden musste. Zum Schluss sangen alle gemeinsam »Oh, du fröhliche«. Helmut Failing dankte allen Akteuren und Helfern sowie Eberhard »Ebbo« Günther für die Tontechnik.


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