19. Februar 2018, 21:23 Uhr

»Mit Leben füllen statt ausbessern«

19. Februar 2018, 21:23 Uhr
Blick von der Oberburg. (Archivfoto: ik)

Die CDU Staufenberg sieht das integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK), die Fördergrundlage der Dorfentwicklung in Hessen, als einen vernünftigen Ansatz um den ländlichen Raum attraktiver zu gestalten und nach vorne zu bringen. Dies teilt der stellvertretende Vorsitzende der Staufenberger CDU, Christian Knoll, in einer Pressemitteilung mit. Allerdings sei zu beachten, dass der Schwerpunkt des IKEK in der Erhaltung der »Vielfalt dörflicher Lebensformen, des bau- und kulturgeschichtlichen Erbes sowie des individuellen Charakters der hessischen Dörfer« liege. Dieser Schwerpunkt sollte aus Sicht der Staufenberger Christdemokraten ergänzt und erweitert werden.

»Die Ansprüche an die Wohnqualität gerader junger Familien haben sich in den vergangenen Jahren noch einmal erheblich verändert, sie sind deutlich höher geworden. Man muss der Tatsache ins Auge schauen, dass Deckenhöhen von zwei Metern heute einfach kaum mehr vermittelbar sind, die kleinen Zuschnitte der Zimmer tragen außerdem dazu bei, dass die Bestandsgebäude als unattraktiv gelten«, führt der CDU-Mann aus.

Hinzu käme, dass sich früher noch der ein oder andere ein »altes Schätzchen« günstig erstanden und es mit einem hohen Anteil an Eigenleistung renoviert habe und so relativ günstig an eigenen Wohnraum kommen konnte. »Allerdings«, so Knoll, »machen diesem Ansinnen heute die Bauvorschriften immer häufiger einen Strich durch die Rechnung. Wer zum Beispiel nur einige Ausbesserungen an seiner Fassade vornehmen möchte, ist häufig zu einer energetischen Vollsanierung gezwungen.« Oft stünden diese Kosten in keinem günstigem Verhältnis zum Wert der Immobilie und selbst wenn das Geld in die Hand genommen würde, blieben die niedrigen Decken und kleinen Räume immer noch als gravierendes Manko. Die Folgen daraus ließen sich zahlreich beobachten: »Ausbesserungen werden nicht mehr gemacht, die Häuser werden immer unansehnlicher und stehen schlussendlich leer, weil dann lieber doch ein neues Haus im Neubaugebiet gebaut wird.« Das sei laut Knoll die sichtbare Konsequenz in den alten Ortskernen des Lumdatals.

Keine eigenen Hessenparks

Es reiche heute einfach nicht mehr aus, von »bau- und kulturgeschichtlichem Erbe, vom individuellen Charakter der Dörfer« zu sprechen und damit letztendlich lediglich eine Erhaltung und Verschönerung der alten Bausubstanz ins Auge zu fassen. Dörfer müssten mit Leben gefüllt werden, nur dann seien sie attraktiv. Die hehren Ziele der Denkmalpflege und der Wunsch nach der unbedingten Bestandserhaltung nach dem Motto »jeder Kommune ihren eigenen Hessenpark«, um ein altes Ortsbild zu bewahren, trügen oft dazu bei, dass die Kernstädte verwaisten, verfielen und damit noch unattraktiver würden. Dem könnten Kommunalpolitiker nicht länger tatenlos zusehen. Neue Konzepte müssten her. IKEK sei sicherlich ein guter Ansatz, aber die Realität zeige, dass vieles neu gedacht werden müsse. »Und diese Gedanken wird sich die CDU in Staufenberg und im restlichen Lumdatal machen«, schreibt Knoll abschließend.

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