12. April 2019, 22:33 Uhr

»Mit Bravour behauptet«

12. April 2019, 22:33 Uhr
Die Turn-AG eröffnet mit ihren Vorführungen die akademische Feier. (Foto: ür)

740 Schüler in 31 Klassen werden von 53 Lehrern unterrichtet. Das sind die nackten Zahlen zur Lahntalschule (LTS) in Atzbach, die ihr 50-jähriges Bestehen begeht. Das soll am 6. September mit einem Schulfest begangen werden.

Auftakt für das Jubiläum war kürzlich eine akademische Feier in der Turnhalle der LTS mit über 500 Gästen, Lehrern und Schülern. Der bereits verabschiedete, aber noch bis Ende April amtierende Schuldezernent Heinz Schreiber hatte weitere beeindruckende Zahlen im Gepäck. Der Lahn-Dill-Kreis habe seit 2001 rund zwölf Millionen Euro in den Schulstandort investiert. Derzeit würden Dach und Fassade eines Gebäudes erneuert.

Regionales Talentzentrum

»Ich freue mich, dass diese Schule nach 50 Jahren immer noch steht, was keine Selbstverständlichkeit ist«, sagte der Schuldezernent im Blick auf andere Schulstandorte. Die Lahntalschule müsse sich gegen das Bildungsangebot in der Stadt Gießen behaupten. »Das machen sie mit Bravour«, bestätigte Schreiber. Zugleich lobte er, dass die LTS als regionales Talentzentrum mit der Goetheschule Wetzlar zusammenarbeitet, sie die Auszeichnung Umweltschule inne hat und sich als Schule mit Schwerpunkt Musik versteht.

Die LTS sei vor 50 Jahren als Gesamtschule Atzbach-Dorlar gestartet. Über die Jahre sei es gelungen, die Schülerzahlen stabil zu halten. »Ich glaube, dass die LTS für die Zukunft gut aufgestellt ist und über engagierte Lehrerinnen und Lehrer verfügt«, lobte Schreiber. Außer aus den Lahnauer Ortsteilen Atzbach, Dorlar und Waldgirmes lernen Schüler aus Dutenhofen, Garbenheim, Münchholzhausen, Heuchelheim und einigen weiteren Orten an der LTS.

Der Leiter des Staatlichen Schulamtes, Michael Scholz, sagte im Blick auf die Mondlandung vor 50 Jahren, dass die Schüler heute wesentlich mehr Technik in Brust- und Hosentasche mit sich führen, als die Astronauten damals. Zugleich erinnerte er daran, dass nach den 69er-Studentenrevolten die Maxime aufkam, dass auch Arbeiterkinder eine adäquate Schulbildung erhalten sollten. Heute wie damals sei das Ziel der Schulbildung, dass die Kinder- und Jugendlichen einen qualifizierten Schulabschluss erreichen und ihren Platz in der Gemeinschaft finden. Hierbei sei es heute wichtig, soziale Kompetenzen zu vermitteln. Bürgermeisterin Silvia Wrenger-Knispel lobte, dass in den 50 Jahren Generationen von Schülern erfolgreich auf ihr weiteres Leben vorbereitet worden seien. Und das mit großer Beständigkeit und großem Erfolg. »Ich bin froh, eine solche Schule in unserer Gemeinde zu wissen.«

Im Mittelpunkt der akademischen Feier stand die Festrede von Schulleiterin Evelin Hedrich. Es sei nicht oft der Fall, dass eine Schulleiterin nach 50 Jahren berichten könne, dass sie bereits bei der Einweihung der Schule dabei war. Als Zehnjährige war sie in die fünfte Klasse aufgenommen worden. Mit der Eröffnung einherging die flächendeckende Einführung von integrierten Gesamtschulen im Lahn-Dill-Kreis. Sie lösten Volksschule und Gymnasium ab, um Chancengleichheit zum Bildungsaufstieg für alle Schüler zu erreichen. Es sollte individuelle Leistungsmöglichkeiten und kein Sitzenbleiben mehr geben. Viele Schulen im Lahn-Dill-Kreis hätten ihr Profil verändert. »Wir sind immer eine IGS geblieben, die ganzen 50 Jahre«, sagte die Schulleiterin nicht ohne Stolz.

Das Programm wurde von Schülern und Lehrern musikalisch umrahmt. Zur Eröffnung spielten über 30 Lehrer und Schüler auf ihren Trommeln. Dazu bot die Turn AG akrobatische Vorführungen. Die Lehrerband spielte »Summer of 69«. Mit über 100 Sängern begeisterten Chor und Gesangsklassen mit ihren Beiträgen.

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