28. Oktober 2018, 23:28 Uhr

Michael Ruhl gewinnt Wahlkreis

28. Oktober 2018, 23:28 Uhr

Vogelsbergkreis (jol/rs). »Es ist noch nicht ganz ausgezählt, aber es sieht so aus., als könnte es geklappt haben«, das sagte CDU-Kreisvorsitzender Jens Mischak, als er gegen 20.30 Uhr mit Michael Ruhl den Sitzungssaal im Landratsamt betrat. Am Ende reichte es: Bei den Erststimmen entfielen 30,3 Prozent auf Ruhl, SPD-Bewerber Swen Bastian bekam 25,7. Prozent. Beide betonten, es sei ein sehr intensiver und fairer Wahlkampf gewesen.

Zu den Zweitstimmen bedauerten beide Bewerber, dass ihnen ein harscher Gegenwind aus Berlin entgegen geschlagen habe. Landrat Manfred Görig setzte noch einen drauf: »Den Leuten reicht es. Was im letzten halben Jahr aus Berlin kam, das war unterirdisch. Angela Merkel, Andrea Nahles und Horst Seehofer sollten die Konsequenzen ziehen«. Wenn eine Partei wie die AfD bei 16 Prozent liege und in einigen Orten sogar über 35, dann müsse das zu denken geben.

Wahlkreissieger Michael Ruhl blickte auf einen aus seiner Sicht sehr engagierten Wahlkampf zurück, der in den letzten Wochen noch deutlich forciert worden sei. Dabei hätten die Kreis-CDU und aktive Mitglieder einen wesentlichen Anteil gehabt, ergänze Kreisvorsitzender Mischak. Mit dem Zweitstimmenergebnis könne man nicht zufrieden sei, weder CDU noch SPD. Bei der CDU sei man aber zufrieden mit dem Direktmandat und damit, wenn Volker Bouffier seine Arbeit als Ministerpräsident fortsetzen könne. Kreistagsfraktionschef Stephan Paule analysierte, die AfD habe insbesondere in strukturschwachen kleinen Orten viele Stimmen gewonnen.

SPD-Kandidat Swen Bastian meinte, er sei nicht am Boden zerstört, aber er habe auf mehr gehofft. Die politische Großwetterlage in Berlin habe es schwierig gemacht, den Wahlkreis zu gewinnen. Es gebe viele, die den Parteien der großen Koalition im Bund einen »Denkzettel verpassen wollen«. Deshalb habe er zwar ein ordentliches Ergebnis verbucht: »Aber es hat nicht gereicht«. Die hessische SPD habe mit ihren Themen im Land die richtigen Akzente gesetzt, aber dennoch ein mageres Ergebnis eingefahren.

Im Vogelsbergkreis haben die Sozialdemokraten besser abgeschnitten als im Landesschnitt, das sei aber kein Grund zu feiern, konstatierte der Kreisvorsitzende nüchtern. Besonders bedauerte er, dass sich sein jahrelanges Engagement vor Ort nicht ausgezahlt habe. »In der Vergangenheit ist man belohnt worden, wenn den direkten Kontakt vor Ort sucht und mit den Leuten redet«, sagt der erfahrene Kommunalpolitiker. Das gelte heutzutage nicht mehr. Er will sich in den nächsten Tagen mit der SPD-Spitze beraten, wie es weitergehen soll.

Der Vogelsbergkreis und die Stadt Laubach wählen anders als das Land: Die beiden großen Parteien CDU (27,9 Prozent) und SPD (22,8 Prozent) liegen über dem Landesschnitt, die AFD kann gar über vier Prozentpunkte mehr verbuchen (16 Prozent) und das alles geht zulasten der kleinen Parteien, wobei man wohl mittlerweile bei den Grünen mit um die 20 Prozent auf Landesebene nicht von einer kleinen Partei reden kann. Im Vogelsberg kamen die Grünen auf 14 Prozent, die Linken auf 4,9 Prozent und die FDP auf 6,9. Die Liberalen sind also nahe am Landesergebnis, und eine Besonderheit im Positiven verbuchen die Freien Wähler: Sie verbuchen im Wahlkreis 20 4,1 Prozent.

Stimmen zur Wahl im Wahlkreis 20 auf Seite 19

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