23. März 2018, 21:36 Uhr

Lebenshilfe Gießen fordert

Menschen mit Behinderung besser entlohnen

23. März 2018, 21:36 Uhr

»Wir brauchen ein solidarisches Grundeinkommen für unsere Werkstattbeschäftigten mit Behinderung«. Das sagt Dirk Oßwald, Vorstand der Lebenshilfe Gießen, und unterstreicht damit eine Forderung von Michael Müller, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin. Demnach müsse ein Lohnmodell entwickelt werden, das »ein solidarisches Grundeinkommen gegen Arbeitsleistung vorsieht«. Darin sieht die Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe Gießen, Maren Müller-Erichsen, »eine große Chance für die Menschen mit Behinderung, die sich in unseren Werkstätten jeden Tag produktiv engagieren«.

In den sechs Werkstätten der Lebenshilfe in Stadt und Landkreis arbeiten rund 900 Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung. Bundesweit sind es fast 300 000. Diese zumeist in Vollzeit Beschäftigten leisten in Werkstätten ihre Arbeit in ihren Möglichkeiten. Dafür erhalten sie durchschnittlich 185 Euro im Monat. Dazu noch Grundsicherung für ihren Lebensunterhalt, auf das dieses Entgelt angerechnet wird.

Leben selbstbestimmt gestalten

Laut Oßwald ist das »völlig unzureichend«, schließlich ginge es auch um »gesellschaftliche Wertschätzung von Arbeitsleistung«. Ebenso wie die Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt betrachtet er das neue Lohnmodell als erforderlich, auch damit Menschen mit Behinderung ihr Leben stärker selbstbestimmt gestalten zu können.

Ein solidarisches Grundeinkommen wäre ein Modell, das hier zu Vereinfachungen führen würde. Ganz im Sinne des vor gut einem Jahr verabschiedeten Bundesteilhabegesetzes, das diese Steigerung der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung vorsieht.

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