15. März 2019, 22:18 Uhr

Mehr Engagement gefordert

15. März 2019, 22:18 Uhr
2015: Spartenleiterin Annette Greier im Gespräch mit Ursula Schöberl und Hermann Zwiener bei der Eröffnung einer Ausstellung zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Heimatmuseum. (Archivfoto: pm)

Bei der Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins Lahnau im Dorfgemeinschaftshaus Waldgirmes konnte eine Krise entschärft werden, deren Fortbestehen sogar die Existenz des Vereins hätte gefährden können. Es war nicht die erste Krise, in die der Verein im Laufe seiner Geschichte geraten ist. Höhen und Tiefen, oft auch begründet in und verbunden mit einem Miss- oder Nichtverhältnis zur Verwaltung und den politischen Gremien der Gemeinde Lahnau und den daraus fast zwangsläufig folgenden personellen Querelen, gehören zur Vereinsgeschichte. Und diese Historie ist mit der Gemeinde Lahnau eng verbunden, fungiert doch der Verein als Träger des Heimatmuseums, das in einem der Kommune gehörenden historischen Gebäudekomplex nahe der Kirche Waldgirmes untergebracht ist.

Vorsitzender wiedergewählt

42 Jahre ist der Geschichtsverein Lahnau – seinerzeit als Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal ins Leben gerufen – nun alt und hat aktuell 208 Mitglieder. Die Waldgirmeser Heimatforscherin Hedwig Schmidt initiierte und gründete den Verein 1977, um ihre umfangreichen Arbeiten auf dem Gebiet von Heimatgeschichte und Mundart, denen sie sich viele Jahre als Einzelperson gewidmet hatte, auf eine breitere Basis zu stellen und somit »in die Zukunft hinein zu retten«. Auf sie geht die Einrichtung des Heimatmuseums in der Friedensstraße – im Gebäude der ehemaligen Dorfschule – zurück, und auch das erste und einzige Heimatbuch der Gemeinde Waldgirmes, die »Germitzer Marca«, stammte aus ihrer Feder und erschien zum Ortsjubiläum vor nun bald einem halben Jahrhundert. Schmidt starb bereits drei Jahre nach der Vereinsgründung. Doch ihr Werk wurde fortgeführt. Zahlreiche Lahnauer – als Beispiel sei ihr jüngerer Bruder Erwin Schmidt genannt – und Geschichtsinteressierte darüber hinaus, engagierten sich im Sinne von Hedwig Schmidt in Sachen Heimatgeschichte. Und das geschieht im Grunde bis heute.

Der seitherige Vorsitzende Ralf Stahl wurde bei den jetzigen Vorstandswahlen wiedergewählt. Er bildet nun weiterhin mit dem ebenfalls im Amt bestätigten Finanzvorstand Klaus Wenzel den zweiköpfigen geschäftsführenden Vorstand. Allerdings war es zum wiederholten Mal nicht möglich, die Position des zweiten Vorsitzenden zu besetzen. Spätestens bis zur Jahreshauptversammlung 2020 muss aber auch in dieser Frage eine Lösung gefunden werden.

Stahl wünscht sich endlich eine bessere, zielgerichtetere und dem Anliegen des Museums und der Heimatgeschichte dienlichere Zusammenarbeit – zum Beispiel auch im Blick auf das 2021 bevorstehende 1250-jährige Jubiläum des Ortsteils Waldgirmes – mit der Gemeinde Lahnau und fand klare Worte über den Status quo: »Die Gemeinde muss sich mehr engagieren und den Geschichtsverein, der sich mit historischen Zusammenhängen und Wurzeln der drei Ortsteile beschäftigt, unterstützen. Es ist bedauerlich, dass eine wirkliche Unterstützung fehlt.« Die Gemeinde lasse den Verein vielfach sogar hängen, spitzte Stahl zu, der zudem ein stringentes Tourismuskonzept unter Einbezug von Museum und römischem Forum seitens der Kommune vermisst.

Der neue Spartenleiter Museum, Dieter Schmidt, sprach gar von einem »jahrzehntelangen Kampf«. Die richtige Losung aber müsse lauten: »Gemeinsam kommen wir weiter.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Existenz
  • Geschichtsvereine
  • Gremien
  • Krisen
  • Marca
  • Stahl
  • Vereinsgeschichte
  • Waldgirmes
  • Lahnau
  • Franz Ewert
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen