31. Mai 2019, 22:27 Uhr

Maues Interesse an Zukunft

31. Mai 2019, 22:27 Uhr
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Von Harold Sekatsch

Auf dem Weg, ein Konzept für die Entwicklung der Stadt Linden zu erstellen, sind die Planer des Kasseler Unternehmens AG Stadt, Dieter Hennicken, Marco Link und Anna Korolenko, wieder einen Schritt nach vorn gekommen. Nach einer Online-Bürgerbefragung, an der 279 Einwohner teilgenommen hatten, wurde in der Volkshalle Leihgestern ein Bürgerworkshop angeboten. Das Interesse: verhalten. Lediglich 20 Personen, darunter eine Reihe kommunalpolitisch Aktiver, waren erschienen.

WLAN überall gefordert

Mit diesem Workshop wurde die zweite Phase - »Leitbild, Ziele, Handlungsfelder« - des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) im Rahmen des Projektes »Linden 2036« eingeläutet. »Wir möchten die Bürger einladen, Visionen für die Zukunft ihrer Stadt zu entwickeln«, hatte Bürgermeister Jörg König erklärt. Die Teilnehmer sollten Ideen zu den drei Themen Wohnen/soziale Infrastruktur, städtischer und öffentlicher Freiraum und wirtschaftliche Entwicklung einreichen können.

Zunächst gingen die Städterplaner noch einmal auf das Ergebnis der Bürgerbefragung ein. Dabei hoben sie die genannten Stärken (guter Bahn- und Autobahnanschluss, räumliche Nähe zum Oberzentrum Gießen) und Schwächen (Lärmbelästigung durch die Autobahnen, eingeschränkte räumliche Entwicklungsmöglichkeiten, kein erkennbares Stadtzentrum) sowie die Chancen (gewerbliche Entwicklung, potenzielle städtische Nachverdichtung und Siedlungserweiterung) noch einmal hervor.

Beim Workshop sollten die Teilnehmer zu den Themen Stellung nehmen, Vorschläge unterbreiten oder auf nach ihrer Meinung nach drohende sowie bestehende Missstände hinweisen. Dabei konnten die Teilnehmer ihre Beiträge schriftlich formuliert auf eine Pinnwand kleben. Die dabei gemachten Aussagen waren sehr unterschiedlich. So wurde einmal auf »mehr Menschen = mehr Verkehr = weniger Lebensqualität« hingewiesen, in einem anderen Beitrag wurde schlichtweg der »Anschluss an den Stadtbusbereich Gießen« gefordert. Ein weiterer Workshop-Teilnehmer wünschte sich »WLAN in Linden, überall«. Mehrere Teilnehmer forderten: »Firmenansiedlung: nur hochwertig, zukunftsorientiert, ohne großen Flächenbedarf« oder »Wirtschaft = Wachstum? Ansiedlung von Gewerbe ohne unendlichen Flächenverbrauch«. Ein anderer wünschte sich Anreize für »Ausbau und Vermietung von Immobilien« oder »effektive und sozialverträgliche Nutzung von Bestand«.

Die Bandbreite der Aussagen war sehr groß und dürfte den Planern das Erarbeiten von Formulierungsvorschlägen nicht gerade erleichtern. Nächster Punkt ist, Projektideen zu entwickeln, ehe in der Phase 3 die Umsetzungsstrategie festgelegt wird. Dabei sollen auch die Ergebnisse aus dem Workshop übernommen werden.



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