02. November 2017, 19:49 Uhr

»Man muss das Leben lieben«

02. November 2017, 19:49 Uhr
In der Limeswerkstatt Garbenteich feiert JuLe, die Junge Lebenshilfe von und für Eltern, ihren zehnten Gründungsgeburtstag. Die beiden Autoren Markus Becker und Klaus Kächler lesen aus ihrem Buch über den Lebenshilfe-Gründer Tom Mutters vor. (Foto: rge)

JuLe, die junge Lebenshilfe von und für Eltern, feierte am Samstag ihr zehnjähriges Bestehen in der Limeswerkstatt Garbenteich. Zur Feier bei Sekt, Kaffee und Kuchen hatten die Organisatoren um Bettina Knorre, Angela Nolte, Andrea Pohl und Isgard Eißer-Cseke die beiden Journalisten Markus Becker und Klaus Kächler nach Pohlheim eingeladen, die über ihre persönliche Begegnung mit dem Visionär und Lebenshilfe-Gründer Tom Mutters berichteten. Zudem lasen die beiden aus dem Buch, das sie gemeinsam über den Pionier, Helfer und Visionär der deutschen Lebenshilfe-Bewegung geschrieben haben.

Menschlichkeit war für Mutters eine Selbstverständlichkeit, so die zentrale Feststellung. Schulpflicht für behinderte Kinder gehörte zu seinen wichtigen Erfolgen und vor allem die Anerkennung von deren Anliegen, damals noch gegen Widerstände in Wohlfahrtsverbänden und Kirchen. Ohne Mutters hätte es die Lebenshilfe wohl nicht gegeben, lautete das Resümee. Er begeisterte zudem auch die Medien für seine Vision. Die »Aktion Sorgenkind« heute »Aktion Mensch« war geboren. »Man muss das Leben lieben und nicht an sich vorbeiziehen lassen«, war seine Erkenntnis, die er den nachfolgenden Generationen mit auf den Weg gab. Bereits 1991 hatte Kächler den Niederländer bei einem Termin kennengelernt. Er war von seinem Charisma sofort gefangen. »Wahnsinnig positiv war er«, bestätigte sein Kollege Becker. »Da waren wir uns einig, dass mehr als ein Artikel drin ist.« Mutters erzählte den beiden Journalisten von seinen Erlebnissen, die ihn als »Vater der Lebenshilfe« in den 60er und 70er Jahren bekannt machten, von seiner Liebe zu den Menschen. Bezeichnend war das Urteil von Ehefrau Ursula über ihren Tom. »Mein Mann ist für mich ein Held«, diktierte sie damals den beiden Autoren in ihren Block. Den JuLe-Aktiven mit insgesamt 20 organisierten Familien macht Mutters Beispiel Mut zur weiteren Selbsthilfe im inklusiven Zusammenleben von behinderten und nicht behinderten Kindern. Gerade den Austausch finden sie wichtig.

Die Elternberatung von JuLe gibt es montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr unter Telefon 01 60/9 44 17 60 und eine persönliche Sprechstunde in der Frühförder- und Beratungsstelle (Sophie-Scholl-Schule), Grünberger Straße 222 in Gießen immer donnerstags von 8 bis 12 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung.

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