25. Juli 2018, 21:41 Uhr

Vortrag zum 20. Juli 1944

Mahnung für Gegenwart und Zukunft

25. Juli 2018, 21:41 Uhr
Sie halten die Erinnerung an den 20. Juli 1944 wach, den Tag des Attentats auf Adolf Hitler (v. l.): Ulrike Sgodda-Theiß, Hartmut Miethe und Margarethe Müller-Hillebrand.

In einer Veranstaltung zum Gedenken an das Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 im Barfüßerkloster erinnerte Pfarrer i. R. Hartmut Miethe an die Hinrichtungsstätte Plötzensee als »Ort der Erniedrigung und Aufrichtung«. Monika Schlosser, die Vorsitzende Barfüßer-Förderkreis-Kultur begrüßte zahlreiche Zuhörer zu der mittlerweile schon zur Tradition gewordenen Feierstunde zum Tag des Widerstands. Miethe verdeutlichte, dass besonders Adolf Hitler die Verurteilung und Hinrichtung der Beteiligten des Attentats an jenem 20. Juli zu einem Akt der absoluten Erniedrigung werden lassen wollte. Die Täter sollten »wie Schlachtvieh« enden.

Miethe las Texte von Augenzeugen vor. Diese berichteten, wie Kameraleute sowohl den Prozess als auch die Hinrichtungen aufnahmen, damit Hitler sich diese Filme ansehen konnte. Allein die Tatsache, dass die Aufnahmen der Öffentlichkeit nicht gezeigt wurden, belege, dass die NS-Führung verunsichert war, ob dies alles nicht auf sie selbst zurückschlagen würde. Miethe: »Die Beschämung der Widerstandskämpfer durch Justiz und Henker fand keinen ungeteilten Beifall in der Bevölkerung. Hitler und seine engsten Vertrauten waren erschrocken, dass das Attentat eben nicht die Tat einer kleinen Clique war, sondern dass sich hinter dem Anschlag ein großes Netzwerk verbarg, das in alle wichtigen Zentralen des Reiches bereits infiltriert war«.

Miethe erläuterte – unterstützt durch Bilder, die von Marvin Reiz gezeigt wurden – die Geschichte des Gefängnisses und der Hinrichtungsstätte Plötzensee. Er präsentierte in kurzen Zügen, stellvertretend für alle Verurteilten, die Biografie des in Plötzensee hingerichteten Widerstandskämpfers Hasso von Boehmer.

In einem letzten Gedankengang betonte Miethe, dass die Akzeptanz des Widerstandes nach 1945 noch lange Zeit in Anspruch genommen habe. Der Gedanke, die Widerstandskämpfer seien Verräter am eigenen Volk, sei in der Öffentlichkeit tief verwurzelt gewesen. Zur Aufrichtung der Hingerichteten gehöre es auch, dass die Bewahrung der Demokratie von jeder Generation neu als Verpflichtung aufgenommen werde. Deshalb sei die Gedenkfeier zum 20. Juli ein wichtiger Beitrag zur politischen Bildung. Mit hohem Einfühlungsvermögen gelang es Margarethe Müller-Hillebrand (Cello) und Ulrike Skodda-Theiß (Klavier) mit Werken von Händel, Pergolen, Debussy, Einaudi und Saint-Saens die Dichte der vorgetragenen Texte musikalisch zu interpretieren und hervorzuheben. (Foto: dis)

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