16. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Licher Brauerei: Energieverbrauch fast halbiert

Gießen/Lich (kjg). Der Energiebeirat des Landkreises traf sich am Mittwoch in der Licher Privatbrauerei Ihring-Melchior, um sich über deren Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung bei den Produktionsprozessen zu informieren. Die Beiratsmitglieder bekamen interessante Zahlen zu hören.
16. Dezember 2016, 12:00 Uhr
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Von Karl-Josef Graf
Technik-Geschäftsführer Dr. Ulrich Peters im Sudhaus der Brauerei Ihring-Melchior mit den kreispolitischen Energie-Informationsbesuchern (v. l.) Gerhard Schmidt, Anita Schneider und Karl-Heinz Funck. (Foto: kjg)
Es war für das Gremium die letzte Veranstaltung dieser Art 2016. Das Jahr über hatte man daneben die Bosch Thermotechnik in Lollar, die Schunck-Gruppe und Rinn in Heuchelheim sowie den Maschinenbauer Römheld auf der Friedrichshütte bei Laubach besucht.
Dr. Ulrich Peters, technischer Geschäftsführer bei Ihring-Melchior, erläuterte die Schwerpunkte der Licher. Seit vielen Jahren seien dort Energie und Klimaschutz besondere Themen. Der Slogan »Aus dem Herzen der Natur« stehe für das Selbstverständnis der Licher. Ökologie und wirtschaftliches Handels seien dabei keine Widersprüche. »Im Unternehmen ist die Ressourcenschonung jedermanns Aufgabe und Verantwortung«, unterstrich der Gastgeber.

Ihring-Melchior kauft »Grünstrom«

Die Energie sei »keine ganz normale Ressource«. Deshalb könne man akzeptieren, dass sinnvolle und effiziente Maßnahmen sich erst nach vier bis fünf Jahren amortisieren. Allerdings mache »die Politik« den Unternehmen, auch der Licher Privatbrauerei, das Leben manchmal schwer. So zahle man Abgaben für Strom, der nicht produziert werde (Off-shore), und der Klärschlamm der Brauerei werde unter dem Einsatz von Primärenergie verbrannt, statt auf die Äcker gebracht zu werden.
Peters will die Mitarbeiter von eintönigen Arbeiten entlasten, sie qualifizieren und für anspruchsvollere Aufgaben einsetzen. Licher ist Ausbildungsbetrieb, über den eigenen Bedarf: Junge Menschen lernen dort Maschinen- und Anlagenführer, Brauer und Mälzer sowie Kauffrau/Kaufmann.
Landrätin Schneider sagte, gute Energie- und Umweltpolitik sei gleichzeitig Wirtschaftsförderung. Eine positive Energiebilanz sei gut für das Klima und die Unternehmen. Kreistagsvorsitzender Karl-Heinz Funck lobte die Nachhaltigkeitserklärung der Licher Privatbrauerei, die auf der Agenda 21 von 1992 basiere. Peters erläuterte die bisher erzielten Erfolge der vergangenen neun Jahre: 45 Prozent Einsparung bei den Brennstoffen (Erdgas) und beim Strom, 38 Prozent Einsparung beim Wasserverbrauch – und 80 Prozent weniger CO2-Ausstoß als Folge der Einsparungen beim Strom und Erdgas. Alleine durch die Umstellung auf »Grünstrom OK« werden jährlich 3000 Tonnen CO2 weniger ausgestoßen. Er sei überzeugt, so Peters, dass die Menschen beim Verbrauch der Ressourcen heute über ihren Verhältnissen leben.


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