27. Oktober 2017, 20:16 Uhr

Lesung mit Landeskunde

27. Oktober 2017, 20:16 Uhr
Krimiautor Henrik Siebold liest aus seinem Roman »Inspektor Taketa«. (Foto: vh)

Henrik Siebold schickt den japanischen Inspektor Taketa als Hospitant der Mordermittlung zur Polizei nach Hamburg. Seitdem Daniel Bielenstein Kriminalromane schreibt, hat er sich dieses Pseudonym zugelegt. Der Name Siebold sei nicht zufällig gewählt, erklärte Bielenstein dem Publikum in der voll besetzten Mediothek der Clemens-Brentano-Europaschule. Er stellte seinen zweiten Krimi »Inspektor Taketa und der leise Tod« vor.

Zur auswärtigen Lesestunde des Krimifestivals Gießen begrüßte Mediotheksleiterin Ilona Fuchs die Gäste. Die Lesung zähle zu den Jubiläumsveranstaltungen (zehn Jahre Mediothek). Unterstützung gewähre das Literaturfestival »Leseland Hessen« und die Deutsch-Japanische-Gesellschaft Linden-Warabi, sagte Fuchs. Von der DJG saßen Präsident Dr. Ulrich Lenz und Kulturreferent Jürgen Schellenberg als Zuhörer im Raum und machten auch Werbung für das Land.

Bielenstein erläuterte, dass in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Philipp Franz von Siebold der bekannteste Japanforscher seiner Zeit gewesen sei. Ein Nachfahre des gelernten Arztes aus Bayern, Urururenkel Christian Siebold, ist Pfarrer in Recklinghausen, wo Bielenstein/Siebold in der Kirche eine Krimilesung hielt.

Inspektor Taketa ist seit zwei Monaten in Deutschland. Bei der Mordkommission bilden er und Claudia Harms ein Ermittlerteam. Taketa fährt in Hamburg einen hoch motorisierten Dienst-BMW.

Jazz und grüner Tee

Der Krimiautor, der sechs Jahre seiner Kindheit und später ein Studienjahr in Japan verbrachte, teilte den Abend auf in Romanszenen und Informationen über Land und Leute. Japaner seien gerne hoch motorisiert, liebten ungemein Jazzmusik, Grüntee und Suppen. Die Japaner hätten mit deutscher Unterstützung die Modedroge Crystal Meth erfunden. Sie spielt in Hamburg eine Rolle. Akira Ogata erforschte den Grundstoff Ephedrin und die Berliner Temmler-Werke führten diese Arbeit weiter, sodass im Zweiten Weltkrieg die deutschen und japanischen Soldaten aufputschende Tabletten erhielten. Das Publikum war hellauf begeistert von Bielensteins Talent, eine Lesung mit Landeskunde auf geschickteste Weise zu verbinden.

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