11. Januar 2018, 20:26 Uhr

Leerstände im Visier

11. Januar 2018, 20:26 Uhr
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Von Thomas Brückner

2011 war’s, dass sich die Mehrheitsverhältnisse in Laubachs Stadtparlament (wieder mal) änderten: Fortan hatte sogenanntes »Bürgerbündnis« aus Freien Wählern, Grünen und »Bürgern für Laubach« das Sagen. Ein Anliegen der neuen, bis 2016 regierenden Mehrheit: Vorm Hintergrund des demografischen Wandels, gerade auf dem Land, gegensteuern, Leerständen vorbeugen. 2013 fiel der Beschluss des Stadtparlaments, seither gewährt die Stadt all jenen eine Prämie von bis zu 5000 Euro, die einen Altbau erwerben und sanieren.

Das Förderprogramm hat durchaus Resonanz gefunden, seit dem Start 2014 und inklusive 2018 hat die Kommune 225 000 Euro bereitgestellt. Bis dato wurden 30 Projekte mit 132 000 Euro gefördert, mithin Beiträge dafür geleistet, dass Leerstände in der Großgemeinde behoben werden.

Charme alter Häuser wiedererweckt

Dass Laubachs Altstadt mit ihrer eindrucksvollen Fachwerk-Bausubstanz nicht zuletzt von jenen Menschen lebe, die etwas an ihrem Anwesen machten, idealerweise dessen Charme wieder zum Leben erweckten, meinte denn auch Bürgermeister Klug, als er soeben weitere Förderbescheide an zehn Hausbesitzer übergab. In der Summe gewährt ihnen die Stadt 32 727 Euro.

Zu den »Leerstands-Beseitigern« zählen Simon Seip und Andreas Karg aus Gonterskirchen. Die beiden haben ein 1890 erbautes Haus am Hainberg 1 in Laubach umfangreich saniert, das bereits bezogen worden ist. Auch wenn noch nicht alles fertig sei, das Ziel, »zwei schöne Wohnungen zu schaffen, ist es uns schon gelungen«, zeigten sich die Besitzer zufrieden.

Angeli Summa hat in der Freienseener Tunnelstraße ein Objekt gekauft und kernsaniert, um es wieder in den wunderschönen Urzustand zu versetzen.

In Friedrichshütte haben Ute Kowalski und Aron Seng ein unter Denkmalschutz stehendes, lange Zeit nicht modernisiertes Anwesen gekauft – samt einer Vielzahl alter Möbel. Ziel ist es, nach der Fassadensanierung bis zum Spätsommer einen »bewohnbaren Zustand« herzustellen. Realistisch sei das, meinte der Partner der neuen Besitzerin, aus Grünberg stammend und selbst als Bauunternehmer tätig. Die Eheleute Sauerborn haben mit ihrem Objekt in der Laubacher Steinbach ihr »Traumhäuschen« gefunden. »Zurück zu den Wurzeln«, hieß es auch für diese beiden, die ein »sehr gepflegtes, aber auch sanierungsbedürftiges Haus« in ihrer alten Heimat gesucht und gefunden haben. Dach, Fassade, aber auch energetische Sanierung standen auf dem Plan, wobei sie möglichst viel im Originalzustand erhalten wollten.

Heiner Philippi ist ebenfalls, vor nunmehr elf Jahren, nach Laubach zurückgekehrt, hat mit seinem Bruder ein Objekt in der Schottener Straße gekauft und saniert. Auch hier standen aufgrund eines »leichten Investitionsstaus« umfangreiche Arbeiten an, unter anderem Wasser, Strom und Bodenbeläge, ehe eine Familie aus Laubach dort einzog und ein neues (Miet-)Zuhause gefunden hat.

Susanne Fischer hat mit ihrem Objekt Auf der Planke eine einstige Lehrerwohnung gekauft, die ebenfalls »sehr gepflegt war, aber auch eine Sanierung notwendig hatte«.

Patrick Schmidt hat das Ensemble der einstigen Metzgerei Rhies in Wetterfeld gekauft und im Laufe der Sanierung des aus mehreren Teilen bestehenden Objekts auch viele »interessante Gegenstände aus der historischen Metzgerei und Landwirtschaft« gefunden, wie die Stadt weiter mitteilt. Ursprünglich hatte er eine Wohnnutzung geplant, jetzt aber soll es eine Pizzeria werden.

Heiko Ellwanger und Julia Klaas haben sich nach 14 Jahren in Marburg entschlossen, »etwas Eigenes« zu erwerben. In der Hungener Straße fanden sie ein »charmantes Haus, dem man – wenn man Fantasie hat – ansieht, was es war und wie es wieder aussehen könnte«. Auch sie müssen Heizung, Wasser und mehr sanieren, nur haben sie, anders als viele ihrer »Kollegen«, noch ein gutes Stück Arbeit vor sich.



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