29. Mai 2019, 05:10 Uhr

Freibad geschlossen

Laubachs Freibad wegen undichter Stelle dicht

Laubachs Freibad hat bereits 250 000 Liter Wasser verloren, jeden Tag kommen 45 000 Liter hinzu. Ein Betrieb ist da nicht möglich, das Bad geschlossen. Eine Fachfima sucht nach der undichten Stelle.
29. Mai 2019, 05:10 Uhr
»Fünf Zentimeter weniger in 24 Stunden, ein Verlust von rund 45 000 Litern«: Messergebnis von Thomas Lenz, technischer Leiter des Freibads Laubach, das wegen einer erneuten »Leckage« geschlossen worden ist. (Foto: tb)

Noch am frühen Morgen, bringt der Zollstock es doch an den Tag: Binnen 24 Stunden ist das Wasserspiegel um fünf Zentimeter gefallen. Thomas Lenz, Technischer Leiter des Laubacher Freibads, macht diese Rechnung auf: »Bei 900 Quadratmetern Fläche sind das 45 Kubikmeter.« Bereits seit Donnerstag leckt das Becken, bis dato sind also 250 Kubikmeter, das heißt 250 000 Liter, flöten gegangen. Ein Betrieb ist da nicht möglich, das Freibad ist geschlossen. Woran liegt’s? »Schwer zu sagen«, meint Lenz. Seit bald 20 Jahren im Dienst der Stadt tätig, kennt er sein Arbeitsfeld wie kaum ein Zweiter. Denkbar sei Lecks in den alten Leitungen: Bei früheren Sanierungen waren dafür noch Stahlrohre installiert worden, teilweise korrodiert, spuckten die ab und an Rostspäne aus. Ebenso Undichtigkeiten im Beckenkopf oder an den quer übern Boden laufenden Dehnungsfugen könnten die Ursache sein.

Korrodierte Leitungen

Nicht infrage kommen dürften dagegen jene Klappschieber zwischen Beckenablass und Schwallwasserbehälter. Die waren im Vorjahr als Ursache eines ersten Wasserverlusts ausgemacht worden. Nach der Reparatur - so dachte man - wäre das Becken auf Dauer wieder dicht. Aufschluss erhofft sich Lenz jetzt von einem Fachunternehmen, das die Stadt beauftragt hat. In Linden war dieses mit Erfolg auf die Suche nach der undichten Stelle gegangen. Die »Hiobsbotschaft mit Chlorgeruch« prägte natürlich die Sitzung von Sozial- und Hauptausschuss am Montag. Alle Fraktionen waren sich einig: Vorgesehene Abstimmung zu den Sanierungsvarianten fürs Freibad ergäbe keine Sinn. Zunächst gelte es die Ursachenforschung abzuwarten. Michael Köhler (Grüne): »Wir dürfen hier nicht nach Hörensagen entscheiden.«

Nein zu einem »Pinkelbecken«

Zur Erinnerung: Auf dem Tisch liegen die Variante einer Bäderarchitektin für 4,5 Millionen Euro, die u.a eine Abtrennung von Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich, ein attraktives Kinderbecken und eine Edelstahlwanne vorsieht; Letztere allein soll 1,5 Millionen Euro kosten. Zweite Variante stammt von einem Wirtschaftsprüfer: Das Freibad würde hier drastisch verkleinert, das Sprungbecken entfiele, Schwimmer würden aufs dann ganzjährige Hallenbad verwiesen. Kosten: rund 3 Millionen. Beide Varianten sind sich in einem einig: Um eine Sanierung der veralteten Technik kommt die Stadt nicht herum.

Vorzug für abgespeckte Variante I

Wie die Beratung am Montag aufs Neue bestätigte: Variante II kommt nicht zum Tragen, das Freibad wird nicht zu einem »Pinkelbecken« (Ruppel, CDU) geschrumpft. Nicht nur, dass es Vereine, Wassersportzentrum, Schulen nicht mehr nutzen könnten, auch wäre der Landeszuschuss von einer Million aus dem »SWIM«- Programm gefährdet. Beiträge nicht nur aus den Reihen der CDU/FW-Mehrheit machten deutlich: Es geht in Richtung »abgespeckte Variante I.« Heißt nach Ruppel: ohne Brücke und Edelstahlbecken, aber mit Sanierung der Technik, Duschen und Umkleide.

Joachim Kühn (FW) bekräftigte den Willen der »Regierenden«, die zwei Millionen aus der Hessenkasse zu nutzen: Die Bäder seien ein Alleinstellungsmerkmal, seien immens wichtig für einen Standort, der unter der schlechten Verkehrsanbindung leide.

Im Grundsatz Ja zu den Bädern sagte auch Dirk-Michael Hofmann (FBLL). Für ihn wie auch Ralf Schmidt (FDP) und Hartmut Roeschen (SPD) aber gibt es Anlass zur Verfahrenskritik: Das Gutachten des Wirtschaftsprüfers enthalte - im Widerspruch zum Parlamentsbeschluss - keine Angaben zu den Kosten einer »bloßen« Reparatur, sondern ein vollkommen neues Konzept. Ein Mangel, den Roeschen dem Magistrat ankreidete.

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