19. Mai 2019, 18:42 Uhr

Laubacher Mischung

19. Mai 2019, 18:42 Uhr
Überzeugende Mixtur: Katarzyna Mycka (Marimba) konzertiert gemeinsam mit dem Organisten Jens Wollenschläger in der Heilig-Geist-Kirche Laubach. (Foto: usw)

Sie mischen sehr ordentlich, die Veranstalter der Orgelwoche »Mixtur«. Am Samstag in der katholischen Heilig-Geist-Kirche gesellte sich die Marimba zur Orgel. Als Instrumentalisten waren Katarzyna Mycka an der Marimba und Jens Wollenschläger an der Kirchenorgel angetreten. Beide beherrschen ihre Instrumente virtuos.

Katarzyna Mycka, international preisgekrönte Professorin an der Musikakademie Gdansk, studierte Klavier und Schlagzeug und verlegte sich dann auf die Marimba als ihr ideales Ausdrucksinstrument. In ihren Soloprogrammen spielt sie Transkriptionen der Werke von Bach und Prokofjew.

Jens Wollenschläger studierte Kirchenmusik und Orgel in Hamburg. Er ist Dozent für Orgelspiel des Verbands evangelischer Kirchenmusik in Württemberg und arbeitet mit namhaften Orchestern und Solisten zusammen. Seit 2014 ist er Professor für Orgelspiel an der evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen.

Bach und Buxtehude

Der wichtigste Aspekt bei den »Mixturen« ist die Überraschung: Wie passen die Instrumente zusammen? Mycka und Wollenschläger leisteten ganze Arbeit. Zum einen boten die Arrangements eine konstruktive Synthese der beiden Instrumente und ihrer spezifischen Klänge. Zum anderen spielte Wollenschläger einige reine Orgelwerke und brachte diese Seite der Klangwelt zur Geltung. Die Gewinner waren die Zuhörer.

Den Beginn bestritten die Gäste mit Johann Sebastian Bachs Konzert für Cembalo und Orchester in d-Moll BWV 1052 in drei Sätzen. Flott und selbstbewusst agierte Mycka an der Marimba, dominierte aber durchaus nicht durchgehend. Die Orgel agierte eher konstruktiv komplettierend. Sehr schön geriet das Adagio. Ganz ruhig, nachdenklich, mit sehr gutem, sensiblem Ineinandergleiten der Stimmen und ebenso attraktiven Unisono-Passagen: die Orgel weich, die Marimba knackig. Schließlich ein vorzüglicher dritter Satz: etwas lebhafter als zu Beginn, mit lebhaftem Fluss und einer etwas weicheren Orgel. Dafür gab es großen Beifall.

Dieterich Buxtehudes (1637 bis 1707) Präludium in d-Moll, BuxWV 140, war das erste Solostück für die Orgel. Wollenschläger eröffnete fulminant und musizierte schön rund in mittlerem Tempo. Das brachte den satten Klang der Orgel sehr gut zur Geltung. Er nutzte einen wuchtigen Beginn, unternahm Klangwechsel in etwas hellere Sphären und brachte den konzentrierteren Ansatz - weniger verspielt und facettenreich als bei Bach, doch nicht ausdrucksärmer - sehr gut zur Geltung. Deutlich wurde der unterschiedliche kompositorische Ansatz mit klarem Inhalt gefüllt. Zugleich wurde klar, dass hier ein schöner, ausgewogener Orgelklang herrschte.

Besonders schön brachte Kay Johannsens (1961) »Entre nous« die Fähigkeiten der Gäste zur Geltung. Zunächst ganz leicht und tänzerisch, frisch und mit prominenterer Orgel herrschte eine sanfte Beschwingtheit, später wurde beschleunigt. Angenehm die größere Gleichberechtigung der Stimmen.

Höhepunkt des Abends war Johann Sebastian Bachs neunteilige Suite in h-Moll BWV 1067. Mit herausragender Geschlossenheit musizierten die Gäste und brachten ein ums andere Mal die Feinheiten der wohlbekannten Komposition zum Glänzen, da klang nichts abgenutzt. Das Publikum dankte mit einem riesigen Applaus für ein herausragendes Konzert.

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