08. Dezember 2017, 18:56 Uhr

Laubach geht Investitionsstau an

08. Dezember 2017, 18:56 Uhr
Ein Großprojekt kündigt sich an: In Gonterskirchen plant die Stadt die Sanierung von Wasserleitungen und Kanälen, bevor das Land die Ortsdurchfahrt erneuert. (Foto: tb)

Was nicht abzustreiten ist: Die finanzielle Situation der Stadt Laubach hat sich positiv entwickelt. »Eine Entwicklung, die vor Jahren undenkbar erschien«, wie Bürgermeister Klug eingangs seiner Haushaltsrede meinte. Die Finanzplanung 2018, was nur ein Beleg ist, geht von einem erneuten Überschuss, diesmal von 958 274 Euro, aus. Es wäre der dritte in Folge, womit die wichtigste Bedingung für das Verlassen des »Rettungsschirms« gegeben wäre.

Land hilft mit »Hessenkasse«

Als weitere Kenndaten der Haushaltssanierung nannte Klug den kompletten Abbau der kurzfristigen Kassenkredite Mitte 2018 (vor acht Jahren waren es noch 11 Mio. Euro), das Tilgen aller seit 2006 aufgelaufenen Fehlbeträge in Höhe von zehn Millionen Euro. Die langfristigen Schulden, vor sechs Jahren noch bei 37,5 Mio. Euro, sollen Ende 2018 auf 19 Millionen runter sein. Schließlich: Die Bedienung der Tilgung kann aus dem Verwaltungshandeln heraus erwirtschaftet und überdies noch eine Liquiditätsreserve aufgebaut werden.

Dass nicht zuletzt die Bürger dafür einige Lasten auf sich genommen hatten, vergaß Klug nicht zu erwähnen. Mit der Gewerbesteuersenkung von 450 auf 420 Prozent wolle der Magistrat ein Zeichen setzen, hoffe überdies auf Betriebe, die vor Ort investieren, Arbeitsplätze schaffen wollten. Halte der wirtschaftliche Aufschwung an, könnte man in Bälde auch die Grundsteuer senken.

Der Verwaltungschef warnte freilich vor allzu großem Überschwang. Schließlich bringe das neue Jahr neue große Herausforderungen. Stichworte waren hier der Start für den Bau des Feuerwehrhauses und des Verwaltungsverbandes, Planung Kindergarten-anbau Wetterfeld und Ortsdurchfahrt Gonterskirchen, IKEK, Freistellung Kita-Gebühren, Radwegebau, Sanierung Hochbehälter Altenhain. Insgesamt will Laubach gut 3,05 Mio. Euro investieren: Knapp eine Million werden aufgenommen, zugleich aber 2,76 Mio. Euro getilgt, womit – wie erwähnt – die Schulden weiter sinken. Für Klug äußerst gute Werte und ein Beleg »vorausschauenden Verwaltungshandelns«.

Was auffällt: Die Verpflichtungsermächtigungen summieren sich auf sage und schreibe 5,0 Mio. Euro. Kein Wunder, will die Stadt doch 2019 mit rund sechs Millionen doppelt so viel wie nächstes Jahr investieren. Wird somit der Weg in eine neue Verschuldungsperiode beschritten? Nein, reklamierte Klug. Die Kommune baue vielmehr unter »idealen Rahmenbedingungen« – Niedrigzinsen, 2,6 Mio. Euro aus der »Hessenkasse«, auf 9,77 Mio. Euro steigende Steuererträge – den Investitionsstau der letzten Jahre ab. Klug: »Wenn nicht jetzt, wann dann?« Er ging sodann auf zwei Aspekte gemeindlicher Daseinsvorsorge ein. In diesem Zusammenhang lobte er Laubachs Stadtväter aus »seiner Vorzeit« dafür, dass sie die Wasserversorgung in Ordnung gebracht hatten. Nach den jetzt anstehenden Arbeiten am Hochbehälter Altenhain würden alle Grundeinrichtungen saniert sein, auch werde man 2018 überall die Löschwasserversorgung überprüft und bei Bedarf verbessert haben.

Schließlich sein Hinweis auf die Eigengesellschaften Service/Tourismus und Bäder/Kultur: Beide seien »solide finanziert«, stellte Klug heraus und avisierte endlich noch eine engere Kooperation mit den Nachbarkommunen, um den Fremdenverkehr weiter voranzubringen.

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