13. August 2019, 22:17 Uhr

Langfinger haben es künftig schwer

13. August 2019, 22:17 Uhr
Für den Friedhof hat Kerstin Franz insgesamt zwölf Gießkannen gespendet. (Foto: fak)

Ärgerlich, vor allem an heißen Sommertagen: Man geht zum Friedhof, um die Blumen auf den Gräbern zu gießen, muss dann aber wieder unverrichteter Dinge von dannen ziehen, weil die Ausrüstung fehlt. So geschehen jüngst in Allendorf - denn dort sind Langfinger am Werk. Das Objekt ihrer Begierde: Die Aufsätze der Gießkannen. Die sogenannten Gießbrausen sind klein und handlich - und somit schnell eingesteckt. Die Neuanschaffung ist nicht billig: die Aufsätze kosten fast so viel wie eine komplette neue Gießkanne.

Das sorgt unter den Allendorfern für Unmut. So auch bei Kerstin Franz, die in der Kernstadt einen Getränkefachhandel betreibt. Sie hat sich nun ein Herz gefasst und für den Friedhof zwölf neue Gießkannen inklusive Aufsätzen gestiftet. »Die alten Aufsätze haben immer wieder Füßchen gekriegt. Ich habe mich immer sehr darüber geärgert, wenn sie weg waren«, betonte sie.

Zusammen mit Stefan Riedel, Wassermeister der Stadt, hat sie sich zudem etwas überlegt, damit die begehrte Stücke auch wirklich dort bleiben, wo sie hingehören. Riedel hat die Gießbrausen kurzerhand fest mit den Kannen vernietet, wodurch sie nicht mehr abmontiert werden können. Das erschwert einen Diebstahl ungemein, da eine große Gießkanne deutlich schwerer zu verstecken ist als ein kleiner Aufsatz.

Nach den Motto »Vom Regen in die Traufe« steht man nun jedoch dem nächsten Problem gegenüber. Denn durch das feste Verankern wird die Reinigung der Kannen deutlich erschwert. Problematisch ist vor allem die starke Algenbildung des Wassers in den Friedhofsbrunnen, wodurch die Läufe und Aufsätze der Kannen schnell verschmutzen und schlussendlich verstopfen.

»Das haben wir nicht bedacht. Jetzt haben wir zwar Stöpsel drauf, aber dafür Algen drin. Was das größere Problem ist, wird sich in Zukunft zeigen«, resümiert Kerstin Franz. Hauptsache sei erst einmal, dass den Langfingern Einhalt geboten wurde.

Bürgermeister Thomas Benz kam eigens am Montag auf den Friedhof, um die gespendeten Gießkannen in Empfang zu nehmen. »Ich bin immer dankbar, wenn so etwas gemacht wird«, lobte er die Initiative. Beim Algenproblem werde er persönlich Hand anlegen, wenn er vor Ort ist, sicherte er zu.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Friedhöfe
  • Gießkannen
  • Kannen
  • Sommertage
  • Allendorf
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 / 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.